Studie: Pandemie hat soziale Ungleichheiten verstärkt

Die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen, soziale Ungleichheiten in Deutschland zu verstärken.

Das ist das Ergebnis einer Studie zu Wirksamkeit und Folgen von Corona-Schutzmaßnahmen bei Kindern und Jugendlichen, die am Mittwoch von Familienministerin Lisa Paus (Grüne) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorgestellt wurde. Sozial benachteiligte Kinder waren demnach besonders oft von negativen Folgen wie Infektionen und Kita-Schließungen betroffen und müssen jetzt stärker gefördert werden als Kinder aus nicht benachteiligten Familien.

Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Robert-Koch-Institut und dem Deutschen Jugendinstitut. Die jüngste Kita-Befragung im Frühjahr 2022 ergab grundsätzlich gestiegene Förderbedarfe bei der sprachlichen, motorischen und sozial-emotionalen Entwicklung. In Kitas mit höheren Anteilen von Kindern aus sozial benachteiligten Familien stieg der Bedarf jedoch um 40 Prozent. In Kitas mit wenigen Kindern aus sozial benachteiligten Familien besteht dagegen bei rund 20 Prozent ein pandemiebedingter Förderbedarf. „Kinder haben in der Pandemie bereits erheblich gelitten – oft weniger am Virus selbst als an den Folgen der Eindämmungsmaßnahmen“, sagte Paus. „Besonders erschreckt mich, dass ausgerechnet sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche besonders stark betroffen sind und so viele Kinder und Jugendliche psychische Belastungen zeigen.“ Gerade die Kinder, die am dringendsten Zugang zu früher Bildung und Förderung benötigten, hätten oft den stärksten Einschränkungen unterlegen. „In Zukunft muss das Kindeswohl unbedingt an oberster Stelle stehen.“ Hier gehe es um Entwicklungschancen und um Chancengerechtigkeit, so Paus.



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