IW: 24 Prozent mehr private Vermieter seit 2011

Die Zahl der privaten Haushalte, die Einnahmen aus Vermietungen und Verpachtungen erzielen, ist in nur acht Jahren um knapp ein Viertel auf rund 5,2 Millionen gestiegen.

Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die die „Rheinische Post“ in ihrer Donnerstagausgabe berichtet. Demnach hat die Zahl der privaten Wohnungsvermieter zwischen 2011 und 2019 um eine Million Haushalte oder rund 24 Prozent zugenommen.

Der Anteil der Haushalte mit Mieteinnahmen an allen privaten Haushalten liege damit bundesweit bei knapp 13 Prozent, so das IW. Es hat Daten ausgewertet, die in der Langzeit-Datenbank des Soziooekonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zu finden sind. Als Gründe für den Anstieg der Zahl der privaten Vermieter nennt das Institut geringe Hypotheken-Zinsen, deutliche Einkommenszuwächse, die Altersvorsorge von Kapitalanlegern, die hohe Nachfrage nach Mietwohnungen, den Anstieg der Mieten sowie Steuervorteile. Vermieterhaushalte seien in der Regel – zu 84 Prozent – auch Selbstnutzerhaushalte. Knapp 60 Prozent der Vermieter seien verheiratet. Vermieterhaushalte seien im Mittel 61 Jahre alt, ein Viertel bereits älter als 74 Jahre. Der größte Anteil der privaten Vermieter entfalle auf Baden-Württemberg mit 18 Prozent, Rheinland-Pfalz (17 Prozent), Bayern und Hessen (je 16 Prozent). Schlusslichter sind die ostdeutschen Bundesländer, wo 30 Jahre nach der Einheit die westlichen Wohneigentumsquoten noch nicht erreicht werden, sowie die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen, wo Wohneigentum besonders teuer ist. Der Anteil der Vermieterhaushalte ist im Westen mit 14 Prozent doppelt so hoch wie im Osten. Fast 14 Millionen Haushalte wohnen der Studie zufolge in einer von einem privaten Vermieter vermieteten Wohnung, das entspricht rund einem Drittel aller Haushalte in Deutschland. Ein Vermieterhaushalt verniete durchschnittlich an 2,6 Mieterhaushalte, so die Studie. „Die mittleren Mieteinnahmen der privaten Vermieter sind zwischen 2011 und 2019 um stattliche 40 Prozent gestiegen“, schreibt das Institut. Der deutliche Anstieg liege aber weniger am Anstieg der Mieten als daran, dass die Vermietungsaktivitäten ausgebaut wurden.

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Im Durchschnitt lagen die monatlichen Nettomieteinnahmen (Bruttomieteinnahmen abzüglich eventueller Instandhaltungskosten) vor Steuern und eventuellen Zinszahlungen bei 476 Euro pro Monat, im Jahr 2011 waren es dagegen noch 333 Euro, so die Studie. „Das Bild vom reichen privaten Vermieter muss mindestens mit Vorsicht betrachtet werden“, schreibt Sagner. Zwar gehörten 40 Prozent der privaten Vermieterhaushalte zum einkommensstärksten Fünftel der Haushalte, aber ein Fünftel der Vermieter gehöre wiederum zu den einkommensschwächeren 40 Prozent.



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