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Spritze, über dts

Das teilten die US-Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA sowie die Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag mit. Demnach wird „aus Vorsicht“ eine Pause bei der Verwendung des Impfstoffs empfohlen.

Behördenangaben zufolge wurden bisher mehr als 6,8 Millionen Dosen von Johnson & Johnson in den Vereinigten Staaten verimpft. In mindestens sechs Fällen sei eine seltene und schwere Art von Blutgerinnseln aufgetreten. Bis Mittwoch soll eine Prüfung der Fälle stattfinden. In der EU ist der Impfstoff von Johnson & Johnson seit dem 11. März zugelassen, erste Lieferungen wurden für diese Woche erwartet. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft bereits Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit J&J. Bei dem Wirkstoff von Astrazeneca hatte es zuletzt ähnliche Probleme gegeben.


Betroffen sind jüngere Frauen

Bei den sechs Fällen handelt es sich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren, eine starb in Folge der möglichen Nebenwirkungen. Eine Frau befinde sich in kritischem Zustand und werde in einer Klinik behandelt.

Kein Nachweis über Zusammenhang

Derzeit gibt es keinen sicheren Nachweis darüber, dass die aufgetretenen gesundheitlichen Probleme im Zusammenhang mit der Imfpung stehen oder von ihr ausgelöst wurden. Auch nach Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca hatten sich in mehreren Fällen Blutgerinnsel gebildet. Auch hier ist ein Zusammenhang nicht vollständig belegt.

EMA prüft seit einer Woche

Bereits seit rund einer Woche untersucht die europäische Arzneimittelbehörde EMA einen möglichen Zusammenhang zwischen Thrombosefällen und dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar. Ab dem 19. April soll der Impfstoff in die EU geliefert und verteilt werden. Seit Mitte März ist er zugelassen. Im 2. Quartal sollen 55 Millionen Impfdosen in die EU geliefert werden. Das Vakzin muss nur einmal verabreicht werden.

Wie bei AstraZeneca handelt es sich bei dem Impfstoff des US-Unternehmens Johnson & Johnson um einen Vektorimpfstoff, der ungefährliche Viren als Transportvehikel nutzt. AstraZeneca nutzt als Vektor ein für Menschen ungefährliches Schimpansen-Adenovirus (ChAdOx1). Johnson & Johnson nutzt ebenfalls ein Adenovirus, aber ein humanes (Ad26).

Johnson & Johnson verschiebt Einführung in Europa

Der Konzern gab in einer Presseerklärung bekannt, dass man die Markteinführung in Europa verschieben werde. Die Thrombosefälle sollen nun genauer untersucht werden. Bis ein Ergebnis vorliegt, werde als vorsichtsmaßnahme empfohlen, vorübergehend keine Impfungen mit dem Vakzin vorzunehmen.


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