Studie: Mediennutzungsdauer nimmt geringfügig ab

Die Mediennutzungsdauer in Deutschland hat nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen nur geringfügig abgenommen.

Das ist das Ergebnis einer Studie von ARD und ZDF zum Thema Massenkommunikation, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach bleibt die Dauer mit sieben Stunden täglich weiterhin hoch.

Die meiste Zeit wird mit Bewegtbild verbracht, dahinter folgen Audio und Text. Die Reichweiten von Fernsehen und Radio liegen stabil an der Spitze. Digitale Ausspielwege gewinnen bei Audio und Video aber weiter an Bedeutung. Unter 30-Jährige sind erstmals die Altersgruppe mit der höchsten Bewegtbildreichweite, sie verbringen immer mehr Zeit mit Videos und immer weniger mit Audios.

In Deutschland nutzen laut Studie praktisch alle Menschen ab 14 Jahren (99 Prozent) täglich Medien. Die Tagesreichweite von Bewegtbild bleibt mit 88 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Das lineare Fernsehen gehört weiterhin für die Mehrheit der Bevölkerung zum Alltag: 65 Prozent werden pro Tag darüber erreicht. Das Hören von Audios verlor gegenüber 2021 fünf Prozentpunkte, bleibt aber mit 80 Prozent Tagesreichweite fester Bestandteil der täglichen Mediennutzung.

Mit 68 Prozent stellen die linearen Radioprogramme dabei – trotz der Rückgänge von acht Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr – weiterhin die wichtigste Quelle für Audio-Inhalte dar. Redaktionelle Texte – egal ob gedruckt oder digital – werden pro Tag von knapp zwei Dritteln (63 Prozent) der Menschen gelesen. Der Zuwachs von 18 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr dürfte dabei vorrangig auf die veränderte Methodik zurückgehen, hieß es. Durch sie soll auch das Lesen von Artikeln im Netz „valider“ erfasst werden.

Insgesamt sank die Mediennutzungsdauer etwas gegenüber dem Corona-Jahr 2021: 420 Minuten stellen ein Minus von neun Minuten dar. Auf Videos entfällt mit 214 Minuten (-8 Minuten) weiterhin der Löwenanteil der Mediennutzung, gefolgt von Audios mit 170 Minuten (-7 Minuten). Die Zeit, die pro Tag mit Lesen von Texten verbracht wird, steigt deutlich an auf 70 Minuten. Auch die unter 30-Jährigen schauen laut Studie immer häufiger und länger Videos.

Erstmals seit Beginn der Studienreihe im Jahr 2017 ist die Altersstufe der 14- bis 29-Jährigen mit 94 Prozent die Gruppe mit der höchsten täglichen Bewegtbildreichweite. Auch die Nutzungsdauer ist in dieser Gruppe gestiegen und nähert sich mit aktuell 194 Minuten immer mehr dem Bevölkerungsdurchschnitt (214 Minuten) an. Davon profitieren nicht nur Streamingdienste und Social-Media-Plattformen, sondern auch die Fernsehsender: Pro Tag werden 38 Prozent der unter 30-Jährigen mit TV-Inhalten über das Internet erreicht. Die größte Bewegtbildnutzungsdauer haben aber nach wie vor Menschen jenseits der 50 Jahre: Sie verbringen knapp 250 Minuten täglich mit Bewegtbild, überwiegend mit linearem Fernsehen.

Der generelle Trend, dass sich Mediennutzung vom Linearen ins Digitale verschiebt, setzte sich weiter fort: Insgesamt entfallen noch 64 Prozent der Video-Zeit auf lineares Fernsehen. Dabei gilt: Je jünger das Publikum, umso breiter das Nutzungsspektrum. Bei den unter 30-Jährigen entfällt auf lineares Fernsehen weniger als ein Viertel der Video-Zeit (22 Prozent), bei den 30- bis 49-Jährigen gerade einmal die Hälfte (51 Prozent). Mit Audio-Inhalten verbringen die unter 30-Jährigen dagegen immer weniger Zeit. Gegenüber 2021 geht die Nutzungsdauer deutlich um 17 Minuten auf 152 Minuten zurück. Knapp Dreiviertel von ihnen hören zwar noch regelmäßig Radio, der Großteil der Zeit (64 Prozent) entfällt aber auf Angebote jenseits des Linearen. Neben den Streamingdiensten spielen zunehmend Podcasts und zeitversetze Radiobeiträge eine wichtige Rolle beim jungen Publikum: Knapp die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen (49 Prozent) gehört mittlerweile zu den regelmäßigen Nutzern, fast jeder Fünfte (19 Prozent) von ihnen wird damit pro Tag erreicht. Für die Untersuchung wurden insgesamt 2.007 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt, 70 Prozent davon per Telefon auf Basis einer Dual-Frame-Stichprobe, weitere 30 Prozent über ein Onlinepanel.



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