Lehrerverbände befürchten neue Corona-Hotspots an Schulen

Lehrerverbände halten das neue Infektionsschutzgesetz für unzureichend und befürchten weitreichende Folgen durch Corona-Infektionen in den Schulen im Herbst und Winter.

„Die Offenhaltung von Schulen und Kitas muss oberste Priorität haben“, sagte der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Besonders aus diesem Grund schauen wir mit Sorge auf den Umstand, dass das Infektionsschutzgesetz deutlich hinter unseren Erwartungen zurückbleibt.“

Wenn der Schutz und damit die Gesundheit der Lehrkräfte nicht hinreichend beachtet werde, würden die Schulschließungen vor dem Hintergrund des Personalmangels, bei entsprechendem Krankenstand „von ganz allein kommen“, bemängelte Beckmann. Ähnliches befürchtet Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Sollte es wieder zu deutlich mehr Krankheitsfällen bei den Beschäftigten an Schulen und Kitas kommen, wird es wegen des ohnehin herrschenden Lehrkräftemangels zu noch mehr Unterrichtsausfall kommen“, sagte Finnern dem RND. Krankheitsbedingte Lücken wären nicht mehr zu kompensieren. Für den VBE sei es außerdem wenig verständlich, dass man sich bei den unteren Klassen gegen eine temporäre Maskenpflicht entschieden hat, falls die Infektionszahlen steigen. „Hiermit wurde eine sehr effektive Maßnahme, um Unterricht in Präsenz zu ermöglichen und trotzdem relativ sicher vor einer Infektion zu sein, kategorisch ausgeschlossen“, so Beckmann.

Der Deutsche Lehrerverband hofft, dass das Tragen einer Maske an Schulen nicht notwendig sein wird, räumte aber auch ein, dass die Maskenpflicht „das kleinere Übel ist, als die Kinder in den Distanzunterricht zu schicken“, sagte dessen Präsident Heinz-Peter Meidinger.



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