Schluss mit dem Schönreden des Impf-Desasters!

Auch Ende Januar versuchen hochrangige Bundespolitiker das Impf-Desaster als Erfolg zu verkaufen. Damit muss endlich Schluss sein. Ein Kommentar.

Was wurde ich beschimpft! Was wurde ich in die Ecke der Covid-Leugner gedrängt. Meine beiden Kommentare vom 13.12.2020 („Kapitale Fehler – verheerende Corona-Politik sorgt für neuen Lockdown„) sowie am 5. Januar 2021 („Übertreibt es nicht!“) wurden massiv angefeindet. Man war mir Überheblichkeit, Besserwisserei und Populismus vor.

Jetzt. Mehr als einen Monat später bleibt festzuhalten: Ich hatte – leider – Recht. Die von mir angeprangerten „kapitalen Fehler“, hier habe ich beispielsweise den fehlenden Schutz in Pflegeheimen bemängelt, wurden mittlerweile selbst von der Bundesregierung bestätigt.

Ich nannte im Dezember die Corona-Warn-App einen „zahnlosen Tiger“. Dies ist bis Heute so. Dank wahnsinnig hoher Datenschutzbestimmungen, eigens festgelegt in der Datenschutzgrundverordnung, verhindern, dass die App ein hocheffektives Tool zur Kontaktnachverfolgung und Infektionsketten-Unterbrechung sein kann.

Ich prangerte an, dass ein in Deutschland entwickelter Impfstoff in anderen Ländern verimpft wird, während die Europäische Union und ihre oberste Medizinbehörde EMA eine „schlafende Behörde“ sei.

Schaut man sich heute die Impfstoffbestellungen auf EU-Ebene an, muss ich festhalten: Es ist alles viel schlimmer als gedacht.

Und ja. Ich prangerte auch fehlende Schutzkonzepte für Kitas und Schulen an. Auch hier hatte ich leider Recht.

Liebe Leserinnen und Leser, glauben Sie mir: Ich hätte mir gewünscht, falsch zu liegen.

Doch ich möchte aus dem Januar-Kommentar erneut zitieren: „Doch statt sich selbst kritisch zu hinterfragen, hört man aus dem Bundesgesundheitsministerium nur, dass es „ruckelt“, ansonsten lobhudelt man weiter, wie gut man alles managed. Hier wäre Selbstkritik deutlich angemessener.“

Und genau diese Selbstkritik fordere ich weiter ein. Es muss Schluss sein mit dem Schönreden. Denn es gibt nichts mehr zu beschönigen.

Seit Wochen werfen die Bundespolitiker Nebelkerze um Nebelkerze, um vom Versagen auf europäischer, aber auch auf nationaler Ebene abzulenken. Jeder, der kritisch hinterfragt, wird von der Regierung als „Impfnationalist“ bezeichnet oder gehört – angeblich – einer Kampagne an – oder versucht eine solche zu starten.

Jetzt plötzlich die Einsicht: Ein Impfstoff-Gipfel soll her. Dort soll gerettet werden, was schon lange nicht mehr zu retten ist.

Die Bundespolitik hat sich von der Landespolitik entzweit. Landräte, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und Familienangehörigen müssen verzweifelten Menschen erklären, weshalb immer noch kaum Impfstoff vorhanden ist, während in Israel mehr als die Hälfte der Bevölkerung bereits geimpft wurde.

Doch unsere „Alten“ sind nicht dumm: Während sie keinen Termin bei der überlasteten Impfhotline bekommen, üben sich die Bundespolitiker in Selbstlob, dass doch schon „fast 2 Millionen Menschen“ geimpft seien.

Bis heute weigert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einzugestehen, dass die EU den größten Fehler in ihrer Geschichte gemacht hat: Bei der Impfstoffbestellung hat man zu zögerlich, zu spät und für viel zu wenig Geld bestellt.

Jeder, der auch nur einen Funken von Marktwirtschaft versteht weiß, dass Schnelligkeit in Verbindung mit einer „dicken Geldbörse“ der Schlüssel für eine schnelle Lieferung ist. Dies zeigt sich Eindrucksvoll am Beispiel USA und Israel: Beide haben viel mehr Impfstoff für ihr Land bestellt – und den doppelten Preis im Vergleich zur EU gezahlt. Man spricht von 24 Euro zu 12 Euro bei der EU.

Und auch Gesundheitsminister Spahn (CDU) verteidigt den Weg bis heute. Wohlwissend, dass er selbst im vergangenen Sommer einen komplett anderen Bestellplan hatte, sich aber nicht gegen Kanzlerin Merkel durchsetzen konnte.

Die Menschen erwarten daher mit Recht, dass die Politiker tatsächlich alles Erdenkliche tun, um MEHR Impfstoff zu beschaffen und die Impfgeschwindigkeit drastisch zu erhöhen. Was sie nicht mehr hören wollen, sind Schönredereien von empathielosen Beratern und Pressesprechern – insbesondere da, wo nichts mehr schönzureden ist.


Bildquellen:

  • Der Herausgeber meint: Bildrechte beim Autor