Kapitale Fehler – verheerende Corona-Politik sorgt für neuen Lockdown

Deutschland macht „wieder dicht“. Ab Mittwoch befindet sich das Land im zweiten Lockdown, mindestens bis 10. Januar – und länger, sofern die Inzidenz nicht auf 50 oder niedriger liegt. Vieles läuft in der Pandemie in Deutschland verkehrt – und nein. Deutschland ist eben nicht Corona-Weltmeister. Ein Kommentar.

Kommentar von Herausgeber Tobias Altherr

Der zweite Lockdown kommt.

Bereits im Sommer kommentierte ich das Geschehen mit der Überschrift: „Urlauber sind keine Terroristen“, als man den Reiseverkehr für die steigenden Sars-Cov-2-Zahlen verantwortlich machte. Mitte September wurden fast 40 Prozent der Rückkehrer positiv getestet. Dabei haben diese Zahlen getäuscht, denn es wurde verschwiegen, dass ein Großteil dieser 40 Prozent Rückkehrer aus der Türkei und dem Kosovo waren. Ende September waren die häufigsten Infektionsländer: Türkei, Kroatien, Kosovo und Rumänien. Dass es sich hierbei höchstwahrscheinlich um klassische Reisen von Großfamilien handelt, wurde unter den Tisch fallen gelassen. Stattdessen wurden alle Urlauber in die „böse Ecke“ gedrängt.

Als dieses Mittel nicht mehr zog, waren es die privaten Festivitäten. Und jetzt, kurz vor Weihnachten sind die Menschen schuld, die Weihnachtsgeschenke kaufen. Oder wie es Berlins amtierender Bürgermeister Michael Müller sagt: „Wie viele Tote sind uns ein Shopping-Erlebnis wert?“

Also jeder, der einkaufen geht, ist für tote Mitbürgerinnen und Mitbürger verantwortlich. Dies ist nicht nur respektlos, nein, es reiht sich in eine Reihe unverschämter Aussagen von verschiedenen Politikern ein.

Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans meinte, man solle auf „unnötige Reisen verzichten“, wird dann aber wenige Tage später selbst im Urlaub auf Amrum gesichtet. Auch dieser Vorfall darf zumindest als maximal unglücklich genannt werden. Begründet wurde es damit, dass es schließlich kein Risikogebiet wäre und man sich an die Vorschriften gehalten hätte. Ob ein Kurzurlaub vor der Geburt des Kindes nun eine „notwendige Reise“ ist, bleibt jedem selbst entscheiden.

Doch, zurück zur verheerenden Corona-Politik. Beginnen wir einfach: Nachdem Deutschland als „Corona-Weltmeister“ in den Juli ging, denn bis dahin hatte das Land gemeinsam in einer historischen Kraftanstrengung herausragendes geleistet, belobigte man sich lieber für vergangene Leistungen, statt sich auf die bereits von Virologen angekündigte zweite Welle vorzubereiten.

Es wurden Großhochzeiten genehmigt oder, wenn sie untersagt wurden, hat man sie nicht immer nachdrücklich unterbunden. Ebenso durften ideologische Brandstifter Massenkundgebungen organisieren und mit abertausenden Menschen durchführen – wohlwissend natürlich, dass sich kaum jemand an die Maskenpflicht oder Abstandsgebote halten wird – gegen diese wurde schließlich demonstriert.

Statt die älteren Menschen und schwer Vorerkrankten effektiv zu schützen, hieß es: „Wir können die Alten nicht wegsperren“. Nein, „wegsperren“ kann man sie nicht, aber man kann sie mit anständigen Testkonzepten schützen. Ein makaberes Beispiel aus der Praxis: In Pflegeheimen wurden „Spuckwände“ aufgebaut, eigene Treffpunkt-Plätze eingerichtet und penibel darauf geachtet, dass man sich nicht zu nahe kommt. Nahm man seine Liebe mit nach draußen, schob man den Rollstuhl, konnte sich umarmen – alles natürlich nur mit Papier- oder Stoffmundschutzen. Weshalb monatelang mit Stoff-Mundbedeckungen hantiert wurde, statt endlich schützende FFP2 oder gar FFP3-Masken auszugeben, ist unverständlich.

Weshalb man diese übrigens auch nicht endlich zur Pflicht macht, wenn man zum Einkauf geht, weiß niemand. Stattdessen werden teils abstruse Mundbedeckungen geduldet, ob Netzstoffe, Strick- oder Häkelschals oder irgendwelche alten T-Shirts. All dies schützt nicht, sondern es umgeht den echten Schutz. Achso, und die Handelsbetriebe geschlossen.

Das perverse: Während Konzerne mit Steuersparmodellen, wie Starbucks, von Staatsgeldern profitieren, während sie weiterhin „To Go“ verkaufen können, müssen die kleinen Läden schließen. Dies verstehe sicher nicht nur ich nicht.

Warum der Datenschutz auch nach fast einem Jahr Corona immer noch wichtiger als der Schutz von Leib und Leben gilt, kann niemand erklären. Stattdessen hat man einen zahnlosen Tiger mit dem Namen Corona-Warn-App und stolziert mit Millionenweiten „Downloadzahlen“ der App umher, um deren Erfolg zu belegen. Wie viele Infektionsketten tatsächlich nachverfolgt und gebrochen wurden? Keine Ahnung! Aktuell funktioniert die App natürlich nur korrekt, solange man eigenverantwortlich seinen positiven Coronatest hinterlegt.  

Und weshalb ein in Deutschland entwickelter Impfstoff nun in anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien (dort wurde der Biontech-Impfstoff bereits zugelassen) und den USA geimpft wird, während man in Deutschland auf die Entscheidung der EMA aus Brüssel, also der europäischen Zulassungsbehörde warten muss, muss die EU mit ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen beantworten. Nur so viel: Der Impfstoff soll bis zum 29.12. zugelassen werden, eventuell ein paar Tage früher. Deutschland steht bereit, ab 15. Dezember den Impfstoff zu impfen – ohne Zulassung von der EU ist dies aber nicht möglich. Wieder einmal zeigt sich: Die EMA ist eine schlafende Behörde, die in keiner Weise mit der britischen Zulassungsbehörde, geschweige dann mit der FDA aus den USA, mithalten kann.

Die Beantwortung der Frage, wie wirksam tatsächlich die getroffenen Maßnahmen der Corona-Politik waren, ist auch ungeklärt. Es fehlt an einer kritischen Nachsicht.

Von den fehlenden Schutzkonzepten der Bundesregierung für Kitas und Schulen rede ich nun besser nicht. Oder doch: Wie unsere Kanzlerin vorschlug: Dicke Pullis wegen der offenen Fenster und wenn es zu kalt wird, vielleicht dann doch ein paar Kniebeugen machen oder in die Hände klatschen.

Den Vorsprung, den Deutschland zu Beginn der Pandemie hatte, wurde auch durch eine falsche Politik der „Selbstzufriedenheit“ zunichte gemacht, aber auch durch ideologische Brandstifter, die zu Tausenden gegen Politik demonstrierten, mit tatkräftiger Unterstützung von Rechten, Reichsbürgern, Antifaschisten und auch einfachen, naiven Bürgerinnen und Bürgern.

Der Lockdown ist die Folge eben jener fehlgeschlagenen Vorbereitung auf den Herbst. Leiden müssen darunter abertausende Arbeitnehmer, Mittelstandsunternehmen und Soloselbstständige in unterschiedlichsten Branchen.

Ach und die letzte Frage, wer diese horrenden Corona-Summen jemals zahlen soll und welche Folgen das auf die Steuerliche Entwicklung des Landes hat, wurde von der Politik bis heute nicht einmal laut angedacht. Fakt ist: Diese Kosten auch nur annähernd zu decken, wird Generationen dauern.

Bleibt zu hoffen, dass all diese gebeutelten Menschen wenigstens zum Jahresanfang positive Zeichen sehen, um 2021 noch durchstarten zu können.


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