Bahnverbände in Sorge wegen Fokus auf Instandhaltung

Nach dem Bekanntwerden von Plänen, wonach sich die Bahn wegen fehlender Haushaltsmittel zunächst auf die Sanierung bestehender Schieneninfrastruktur fokussieren muss, befürchten Bahnverbände schlimme Folgen für Fahrgäste. Der Geschäftsführer des Verbands Allianz pro Schiene, Dirk Flege, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben), die alleinige Konzentration auf das Bestandsnetz wäre das Ende des Deutschlandtakts.

Nach dem Bekanntwerden von Plänen, wonach sich die Bahn wegen fehlender Haushaltsmittel zunächst auf die Sanierung bestehender Schieneninfrastruktur fokussieren muss, befürchten Bahnverbände schlimme Folgen für Fahrgäste.

Der Geschäftsführer des Verbands Allianz pro Schiene, Dirk Flege, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben), die alleinige Konzentration auf das Bestandsnetz wäre das Ende des Deutschlandtakts. „Wir brauchen parallel zur Sanierung maroder Gleise auch neue Schienenverbindungen. Sonst tritt das ein, was der Bahnbeauftragte der Bundesregierung bereits vor einem Jahr prophezeit hat: Der Deutschlandtakt kommt frühestens 2070“, erklärte er.

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, bezeichnete die Kürzungen als „schweren Schlag gegen die Verkehrswende und das Ziel Klimaneutralität zu erreichen“. „Die dringend notwendigen Aus- und Neubauprojekte werden sich aber `nur` verzögern. Auch eine solche Verzögerung zeugt nicht von einer zukunftsgewandten Verkehrspolitik. Wenn Personen- und Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden soll, braucht es in dem jetzt bereits überlasteten Netz zusätzliche Kapazitäten“, forderte Naumann.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass sich die Bahninfrastrukturgesellschaft InfraGo dazu entschieden habe, zunächst vor allem die Sanierung des bestehenden Netzes anzugehen. Zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen sollen dagegen in der Priorität zurückgestellt worden, zitierte der „Spiegel“ aus einem entsprechenden Schreiben.

Von der Deutschen Bahn hieß es auf Anfrage, man halte grundsätzlich unverändert an den Neu- und Ausbauvorhaben fest. „Aufgrund der aktuellen Haushaltslage war es kurzfristig erforderlich, die zeitliche Abfolge dieser Vorhaben zu überprüfen. Der Fokus bei der Umsetzung liegt, wie mit dem Bund vereinbart, zunächst auf der Modernisierung und Erneuerung des Bestandsnetzes und auf den Projekten, die bereits im Bau sind“, so ein Sprecher.

Bahn-Aufsichtsratsmitglied Stefan Gelbhaar betonte gegenüber den Funke-Zeitungen, dass die Bahn 2024 und in den Folgejahren so viel Geld wie die letzten Jahrzehnte nicht bekomme. „Trotz der vielen zusätzlichen Milliarden gibt es innerhalb der Bahn offensichtlich Planspiele zum Stopp von Neubauvorhaben. Verkehrsministerium und Bahn sind aufgefordert hier schnell Klarheit zu schaffen“, sagte er.




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