Westbalkan-Beauftragter für EU-Aufnahme von Balkanländern

Der neue Sondergesandte der Bundesregierung für die Länder des Westlichen Balkans, Manuel Sarrazin (Grüne), sieht angesichts des Krieges in der Ukraine die Notwendigkeit, auch die Balkanländer in die Europäische Union aufzunehmen.

Das sagte er der „Welt“ (Freitagausgabe). „Wir können es uns nicht leisten, mitten in Europa eine Region zu haben, in der zwar unsere Standards und Werte theoretisch geteilt werden, aber die EU-Mitgliedschaft in weiter Ferne scheint“, sagte Sarrazin der „Welt“.

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Ohne eine Perspektive sei diese offen ist „für dritte Akteure mit ihren machtpolitischen Interessen“, so der Grünen-Politiker. „Wenn wir hier in Europa dauerhaft in Frieden leben wollen, müssen die Staaten des Westlichen Balkans integriert werden. Wenn das nicht gelingt, wird auch die EU als Projekt insgesamt scheitern“, warnte er. „Wir müssen ausstrahlen, dass für geostrategische Spielchen anderer Akteure auf dem westlichen Balkan insofern kein Platz ist, weil wir den Platz bereits belegen“, sagte Sarrazin mit Blick auf die geopolitische Bedeutung des Westlichen Balkans, der sich nicht nur eine finanzielle, sondern auch emotionale Bindung der Länder an die EU wünscht. Auch zu Serbien äußerte sich Sarrazin, das als besonders russisch-freundlich gilt: Auf die Frage, ob Serbien durch die aktuelle Entwicklung gute Chancen auf eine Aufnahme in die EU habe, sagte der Grünen-Politiker: „Wenn die serbische Politik insbesondere die Defizite im Bereich der demokratischen Kultur, der Medienfreiheit und Rechtsstaatlichkeit, der faktischen Gewaltenteilung erfolgreich angeht und ihren Frieden mit der Eigenstaatlichkeit Kosovos macht, dann wäre Serbien in der EU nicht nur gut aufgehoben, sondern dann ist Serbien eines meiner absoluten Lieblingsländer in der EU.“ Zuletzt hatten Georgien, Moldawien und die Ukraine eine EU-Mitgliedschaft beantragt.



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