Lauterbach hält Reiseverbote in Corona-Risikogebiete für unsinnig

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält nichts von Reiseverboten in Corona-Risikogebiete, wie sie unter anderem in Teilen der Union gefordert werden. Sie wären rechtlich nicht durchzusetzen

„Ein solches Verbot käme viel zu spät“, sagte Lauterbach dem „Tagesspiegel“ (Sonntagsausgabe). „Die Urlauber sind längst unterwegs oder auf der Rückreise.“

Außerdem sei eine solche Einschränkung verfassungsrechtlich nicht durchsetzbar. Angesichts der steigenden Covid-19-Infektionszahlen hatte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, zuletzt gefordert, Bundesbürgern Reisen in Corona-Risikogebiete zu verbieten.

CDU-Wirtschaftsrat forderte Reiseverbot

Der CDU-Wirtschaftsrat hält nach Aussagen von Wolfgang Steiger, dem Generalsekratär des Wirtschaftsrates der CDU, ein Verbot von Reisen in Risikogebiete für möglich.

Steiger sagte der Bild: „Das Reiserecht kann nicht höher bewertet werden, als die Rechte von Millionen Deutschen, denen ansonsten ein erneuter Lockdown droht“.

Steiger bekräftigte: „Selbst unser reiches Land wird sich einen zweiten Lockdown mit Betriebs- und Schulschließungen nur unter erheblichsten Schwierigkeiten nochmal leisten können. Das muss allen klar sein. Deshalb erwarte ich von der Politik mehr vorausschauendes Handeln als jetzt bei der schon lange erwartbaren Rückreisewelle aus den Ferien.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Donnerstag bekanntgegeben, dass Reiserückkehrer aus Corona-Riskogebieten auf das Virus testen lassen müssen. Es kann auch ein negativer Test vorgelegt werden, sofern dieser nicht älter als zwei Tage ist. Ohne negativen Test müssen Rückherer für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Mittlerweile werden immer mehr Staaten und Gebiete auf die „Risikoliste“ gesetzt. Fast alle Staaten der Erde, die nicht in der EU liegen, gelten als solche.

Mittlerweile sind auch mehrere Gebiete von Spanien (Navarra, Arragon, Katalonien), Belgien (Antwerpen), Luxemburg als Risikogebiete eingestuft.  Aber auch Gebiete in Bulgarien und Rumänien zählen dazu. So zum Beispiel die bulgarische Touristenhochburg Warna mit dem bekannten „Goldstrand“.

Zahlreise Kreise in Bulgarien, wie Blagoewgrad und Dobritsch sind betroffen, in Rumänien die Kreise Argeș, Bihor, Buzău, Neamt, Ialomita, Mehedinti und Timiş.

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