Israel weiterhin ohne Lieferprobleme bei Impfstoff

Während in der EU weiterhin Impfstoffknappheit herrscht, hat Israel offenbar keine Probleme mit der Impfstoffmenge – obwohl es aus der EU mit Impfstoff versorgt wird.

Angesichts der Lieferengpässe großer Impfstoffhersteller in der Europäischen Union ist der Unmut riesig. Nach BioNTech/Pfizer und Moderna hat nun auch bereits AstraZeneca angekündigt, rund 60 Prozent weniger Impfstoff im 1. Quartal 2021 an die EU liefern zu können.

Doch ein Land impft weiterhin, als gäbe es „kein Morgen mehr“: Israel scheint von all den Problemen nicht betroffen zu sein. Im Gegenteil. Wie „Tagesschau“ berichtet, hat es sogar mehr Impfstoff verfügbar, als verimpft werden könne.

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Ein BioNTch-Kenner, der nicht namentlich genannt wurde, sagte gegenüber dem ARD-Studio Brüssel, das Israel „größtenteils mit Impfstoff aus den Werken in Deutschland und Belgien versorgt“ werde.

BioNTech äußerte sich hierzu gegenüber der „Tagesschau“ nicht. ARD-Korrespondent Tim Aßmann berichtet: „Aktuell sind die Lager in Israel mit BioNTech-Impfstoff so voll, dass der Impfstoff von Moderna noch gar nicht verimpft wird, obwohl er schon seit dem 5. Januar zugelassen ist“.

Die Impfquote liegt, wie man an der Statistik sehen kann, mittlerweile bei rund 40 Prozent. Täglich kämen 2,5 Prozent hinzu. Mitte nächster Woche wird die 50 % Impfmarke überschritten sein, so Tagesschau weiter.

Höherer Preis, Datenaustausch mit Pfizer

Die Gründe für diese „Überkapazität“ liegt auf der Hand: Israel hat bereits Monate vor der EU große Impfstoff-Mengen von BioNTech-Pfizer gesichert. Gleichzeitig habe, so berichtet Tagesschau weiter, Israel vertraglich zugesichert, Impfdaten an Pfizer zu übermitteln und die Produkthaftung zu übernehmen. In der EU haftet BioNTech/Pfizer für den Impfstoff, in Israel der Staat.

Außerdem habe Israel einen deutlich höheren Preis je Dosis gezahlt. Man spricht von 23 Euro je Dosis, während die EU lediglich zwölf Euro zahlen soll. Genaues weiß man jedoch nicht. Denn: Die EU hält die Verträge unter Verschluss, während die israelische Regierung die 20-seitige Vereinbarung mit Pfizer ins Netz gestellt hat.

In dieser von Israel veröffentlichten Vereinbarung steht, dass BioNTech/Pfizer Israel so lange mit Impfstoff versorgt, bis im Land eine Herdenimmunität, also eine Immunität von 95 Prozent der Bevölkerung erreicht ist. Als Gegenleistung erhält Pfizer wöchentlich Impfdaten von Israel: Infektions- und Impfzahlen, aber auch die demografischen Angaben der Patienten wie zum Beispiel das Alter und Geschlecht. Die Daten werden laut israelischen Behörden anonymisiert zu Pfizer geschickt.

Das RKI hält enge Verbindungen zu Israel: „Während der gesamten Pandemie haben wir jederzeit unsere Ansichten ausgetauscht, damit wir voneinander lernen können. Wir müssen unsere Ideen mitteilen und uns darüber austauschen„, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler.



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