Inflationsrate mit 9,1 Prozent im Saarland auf historischem Höchststand

Wie das Statische Amt des Saarlandes mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex im Oktober 2022 um 9,1 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Im Vormonat September hatte die Inflationsrate nach endgültiger Berechnung bei 8,9 Prozent gelegen. Binnen Monatsfrist war ein Anstieg um 0,8 Prozent zu verzeichnen. Der aktuelle Wert des Verbraucherpreisindexes liegt bei 119,9 (Basisjahr 2015=100).

Medieninfo vom:
PressRelease vom
28.10.2022
| Statistisches Amt
| Statistik, Statistik Preise

Inflationsrate mit 9,1 Prozent im Saarland auf historischem Höchststand

Wie das Statische Amt des Saarlandes mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex im Oktober 2022 um 9,1 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Im Vormonat September hatte die Inflationsrate nach endgültiger Berechnung bei 8,9 Prozent gelegen. Binnen Monatsfrist war ein Anstieg um 0,8 Prozent zu verzeichnen. Der aktuelle Wert des Verbraucherpreisindexes liegt bei 119,9 (Basisjahr 2015=100).

Hauptursache für die hohe Inflation sind nach wie vor die entfesselten Energiepreise, die mittlerweile bei der Preisentwicklung einer Vielzahl von Waren und Dienstleistungen ihre Auswirkungen zeigen. Haushaltsenergie ist aktuell 38,3 Prozent teurer als vor einem Jahr. Während die Heizölpreise um 88,7 Prozent anstiegen, verteuerte sich Fernwärme um 63,6 Prozent und die Gaspreise um durchschnittlich 37,9 Prozent. Ebenso mussten die Haushalte für das Heizen mit Holzpellets und Brennholz deutlich tiefer in die Tasche greifen (+ 81,0 %). An den Tankstellen lag das Preisniveau um 22,5 Prozent über dem des Vorjahres.

Rechnet man den direkten Einfluss von Heizöl- und Kraftstoffpreisen auf die Indexentwicklung heraus, errechnet sich eine Inflationsrate von 7,7 Prozent.

Nachdem bei Nahrungsmitteln im September bereits eine jährliche Teuerung von 15,2 Prozent gemessen wurde, stieg diese im Oktober noch weiter auf 17,6 Prozent an.

Spürbar teurer wurden für die saarländischen Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem Speisefette und Speiseöle (+ 52,6 %; darunter Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Ähnliches + 84,5 % und Butter + 60,9 %). Extrem verteuert haben sich auch Mehl (+ 66,0 %) sowie Nudeln (+ 50,6 %), Sahne (+ 48,5 %) und Quark (+ 48,2 %).

Für Speisen und Getränke in Restaurants und Gaststätten mussten Gäste rund ein Zehntel (+ 10,3 %) mehr ausgeben als vor einem Jahr.

Moderat fiel der Preisanstieg bei Bekleidung und Schuhen aus. Hier lag das Preisniveau lediglich um 4,3 Prozent höher als vor einem Jahr.

Bei den Nettokaltmieten, die rund ein Fünftel der Ausgaben privater Haushalte ausmachen, zeichnet sich ein beschleunigter Anstieg ab. Waren im August die Mieten im Vorjahresvergleich noch um 1,4 und im September um 1,8 Prozent gestiegen, wurde nun im Oktober ein Anstieg um 1,9 Prozent gemessen.

 

Hinweis:

Die Presseinformation enthält vorläufige Ergebnisse der Berechnungen zum saarländischen Verbraucherpreisindex. Endgültige Ergebnisse werden mit dem Statistischen Bericht MI2 online unter www.statistik.saarland.de veröffentlicht.

 

Erläuterung:

Eine Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindexes) von 2,0 Prozent bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Verbraucher für einen unveränderten Warenkorb, der vor einem Jahr z. Bsp. 1 000 Euro gekostet hat, heute 20 Euro oder 2,0 Prozent mehr ausgeben müsste. Dieser Warenkorb beinhaltet nahezu alle Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten gekauft werden. Neben Nahrungsmitteln und Getränken sind Wohnungsmieten ebenso enthalten wie Bekleidungsartikel, Urlaubsreisen oder Friseurdienstleistungen. Preissteigerungen bei einer Reihe von Gütern stehen stets auch Preissenkungen bei anderen gegenüber. Die Preisentwicklung der einzelnen Güter wird bei der Ermittlung des Verbraucherpreisindexes entsprechend den jeweiligen Ausgabenanteilen eines Durchschnittshaushaltes berücksichtigt.

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