SPD-Politiker Diaby will Lichtenhagen-Ausschreitungen aufarbeiten

Vor der Gedenkstunde zum 30. Jahrestag der rassistischen Ausschreitungen und dem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Rostock-Lichtenhagen hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby gefordert, die Geschichte der DDR-Vertragsarbeiter aufzuarbeiten.

„Gerade im Fall von Rostock-Lichtenhagen ist der Umgang mit den Opfern für mich bis heute ein Skandal“, sagte Diaby dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben). „Viele von ihnen wurden nach Vietnam abgeschoben. Eine Lehre daraus kann sein: Wir sollten eine aktive Erinnerungskultur zur Geschichte der Vertragsarbeitnehmer in der DDR fördern, das ist bisher schlicht ein blinder Fleck.“

Vom 22. bis zum 26. August 1992 gerieten neben Flüchtlingen auch ehemalige DDR-Vertragsarbeiter aus Vietnam in das Visier der Täter und gerieten dabei in Lebensgefahr. Diaby, der in den 1980er-Jahren aus dem Senegal in die DDR kam, sagte weiter: „Ich erinnere mich an das Entsetzen, das sich damals in den migrantischen Communitys breit machte. Bei vielen meiner Freunde und Bekannten wirken die pogromartigen Ausschreitungen bis heute nach – auch, weil bestimmte ikonische Fotos das damalige Grauen wachhalten. Dieser Schock sitzt immer noch tief.“ Diaby zog 2013 als erster afrodeutscher Abgeordneter für die SPD in den Bundestag ein. Er lebt seit 1985 in Leipzig und Halle (Saale).



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