Bericht: Braun strebt Vorsitz des Haushaltsausschusses an

Der scheidende Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) will offenbar Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Bundestag werden.

Das bestätigten mehrere Landesgruppenvorsitzende aus der Unionsfraktion der „Welt“. Sie machen in der sogenannten „Teppichhändlerrunde“ aus, wer welchen Posten in der neuen Fraktion und im Parlament bekommt.

Der Vorsitz des Haushaltsausschusses wird traditionell von der Opposition bekleidet. Dem Vernehmen nach besteht die hessische Landesgruppe darauf, ihn mit Braun zu besetzen. Darüber sind wohl bereits Gespräche mit anderen einflussreichen Landesgruppenvorsitzenden geführt worden. Braun selbst wollte dies auf Anfrage der Zeitung weder dementieren noch kommentieren.

Die Personalie sorgt in der Unionsfraktion für Unruhe, da Braun sich zeitgleich um das Amt des CDU-Vorsitzenden bewirbt. Eine Mitgliederbefragung läuft noch bis zum kommenden Donnerstag. Noch nie hatte ein CDU-Vorsitzender gleichzeitig die Leitung eines Bundestagsausschusses inne, geschweige denn des Haushaltsausschusses, der als wichtigster gilt. Der Griff nach dem Posten im Parlament nährt deshalb die Spekulation, Braun habe das Rennen um den CDU-Vorsitz bereits aufgegeben, indem er in Umfragen nur auf dem dritten Platz liegt.

Brauns Konkurrenten um den Parteivorsitz streben, jedenfalls bis jetzt, keine Ämter im Bundestag. Norbert Röttgen, bisher Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, hat dem Vernehmen nach keinen neuen Anspruch angemeldet. Auch Friedrich Merz nicht. Er lässt sich allerdings als einziger der drei Kandidaten offen, nach einer möglichen Wahl zum Parteivorsitzenden im Frühjahr auch nach dem Fraktionsvorsitz zu greifen.

Röttgen und Braun haben dies ausgeschlossen.



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