Ziehl übernimmt interimsweise 1. FC Saarbrücken

In den kommenden beiden Spielen wird Manager Rüdiger Ziehl die Mannschaft des 1. FC Saarbrücken betreuen.

Rüdiger Ziehl wird interimsweise den Trainerposten für die kommenden Spiele im Saarlandpokal und gegen Zwickau übernehmen. „Das ist das Ergebnis von Beratungen zwischen Präsidium und sportlicher Leitung nach der gestrigen Trennung von Uwe Koschinat“, heißt es in der Stellungnahme des Vereins.

Parallel suche man einen neuen Cheftrainer, den man „zeitnah“ präsentieren möchte. „Die jetzt gewählte Interimslösung soll dabei gewährleisten, die Auswahl des neuen Trainers mit der nun gebotenen Sorgfalt durchzuführen“.

Bereits am Dienstagnachmittag wird Ziehl das erste Training leiten.

Koschinat gefeuert – kein Plan B

Die Trennung von Uwe Koschinat wirkt nach Außen überstürzt. Seit Monaten kritisieren Fans und Kommentatoren die Spielidee – wenn man diese so nennen konnte – des Trainers. Offenbar hat sich die Vereinsführung nie Gedanken um eine Ablösung gemacht, sodass der Verein nun ohne ernsthaften Trainerkandidat in Richtung Winterpause treibt.

Und es zeigt wieder einmal eindrucksvoll, wie viel Worte im Geschäft Fußball wert sind: Noch am Samstag, nach der Niederlage in Mannheim, sagte Manager Ziehl, dass der 51-jährige Koschinat im Amt bleibt. Am Montag waren diese Worte dann Geschichte.

Während Ex-Trainer Koschinat häufig für sein Training und sein Spielstil kritisiert wurde, blieb ein Punkt immer unversehrt: Sein Engagement. Uwe Koschinat „lebte“ den 1. FC Saarbrücken und war mit Herzblut bei der Sache. Wille, Fleiß und Einsatz sollte man ihm also nicht vorwerfen.

Stattdessen dürfte man zumindest mal fragen, weshalb der Verein seinen Trainer feuert, ohne einen Plan B in der Hinterhand zu haben. Natürlich haben Sportdirektor Jürgen Luginger und Manager Rüdiger Ziehl einen Trainerschein, dass diese eine dauerhafte Lösung sind, gilt aus ausgeschlossen.

Und auch die Mannschaft sollte sich nicht hinter der Trainerentlassung verstecken und die nächsten Spiele ein Feuerwerk an Leidenschaft und Einsatz auf den Rasen bringen, um eine Trendwende einzuleiten. Denn, so fasste es Ziehl nach der Entlassung seines langjährigen Freundes Koschinat zusammen:“Eine Trainer-Entlassung ist eine Niederlage für alle“.



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