Zu Unrecht abgeschoben? Afghane auf dem Rückweg nach Deutschland

Ein kurioser Fall entlarvte die der NDR im vergangenen Monat: In einem laufenden Asylverfahren wurde ein afghanischer Flüchtling zurück in seine Heimat abgeschoben – offenbar zu Unrecht. Das BAMF musste nun die Rückführung einleiten.

Wie der NDR heute berichtet, wurde der afghanische Flüchtling Nasibullah S. am 3. Juli nach Afghanistan abgeschoben, obwohl sein Asylverfahren nicht abgeschlossen war.

Nachdem der NDR am 17.07.2018 den Fall enthüllt hat, wurde das BAMF aktiv. Denn während eines laufenden Asylverfahrens hätte der 20 jährige Afghane nicht abgeschoben werden dürfen.

Wie kam es dazu?

Im Dezember 2015 stellte der Afghane einen Asylantrag in Deutschland und begründete ihn damit, dass er von den Taliban bedroht worden sei.

Der Antrag wurde im Februar 2017 nach Angaben des NDR mit der Begründung abgelehnt, dass er in nicht gefährliche Regionen des Landes leben könne.

Gegen diesen Bescheid klagte Nasibullah S. vor dem Verwaltungsgericht in Greifswald. Trotz Vorladung für den 11. Juli 2018 wurde er bereits am 03.Juli abgeschoben.

Das Innenministerium räumte nach der Enthüllung ein, dass die Abschiebung unrechtmäßig war und veranlasste seine Rückkehr.

Das Verwaltungsgericht in Greifswald entscheidet nun, ob der junge Afghane in Deutschland bleiben darf. Nach eigenem Bekunden möchte Nasibullah S. in Deutschland studieren und arbeiten möchte.

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