Eichenprozessionsspinner, Bild: Alex Weber
Eichenprozessionsspinner, Bild: Alex Weber

Wir spinnen doch alle, doch er am meisten: Der Eichen-Prozessionsspinner

Der Eichen-Prozessionsspinner ist ein unscheinbarer Nachtfalter, der sich über die Iberischen Halbinsel, Süd- und Mitteleuropa und im Osten bis in den Süden Russlands und nach Vorderasien verbreitet hat. Der Falter an sich eher harmlos, die Gefahr dieses kleinen Insekts mit einer Flügelspanne von 25 bis 36 Millimeter, geht von dessen Raupen aus und ist mannigfaltig.

Am liebsten lässt sich der nachtaktive Schmetterling im Flachland in Eichenwäldern nieder. Auch zu Eichen-Hainbuchenwälder und Eichen-Kiefernwälder sagt er nicht nein. Er ist selten an einer anderen Baumart zu finden als der Eiche, in starken Befallsjahren legt der Falter seine Eier aber auch auf anderen Laubbäumen, insbesondere der Hainbuche, ab. Besonders beliebt sind einzeln stehende oder an der Südseite eines Waldrands gelegene Bäume.

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In Deutschland ist der Eichen-Prozessionsspinner am stärksten Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern vertreten. Doch durch die für ihn positive Witterung in diesem Jahr, ist er auch im Saarland stark verbreitet. Das Saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat das Problem erkannt und informiert auf seiner Internetseite über den ungeliebten Schädling. Auch Wälder und Parks in Saarbrücken und Friedrichsthal werden von dem Nachtfalter heimgesucht.

Die Fortpflanzung erfolgt durch die Ablage von 100-300 weißer, ein Millimeter großer Eier in den dünneren Zweigen und anderen glatten Rindenstellen in den Baumwipfeln älterer Eichen. Die Embryonen überwintern als Jungraupen bis Anfang Mai in ihren Eiern. Nach dem schlüpfen durchlaufen sie 5 – 6 Entwicklungsstadien bis zu ihrer Verpuppung, wobei sie in der 3.Phase für den Menschen gefährlich werden.

Hier entwickeln die Raupen Brennhaare mit Wiederhaken die ein Nesselgift enthalten welches bei Menschen zu Ausschlägen mit Quaddeln, Eiterbläschen und Knötchen und Atemwegsreizungen, die im schlimmsten Fall zu Atemnot führen können, hervorrufen.

Die Raupen ernähren sich von den Blättern ihrer Wirtsbäume. Sie gehen in 20 – 30er Gruppen in Reih und Glied auf Futtersuche, woher sie auch den Namen Prozessionsspinner haben. Hierbei fressen sie die gesamte Gewebefläche der Blätter, bis nur noch das stärkere Blattgerüst übrig ist und verursachen Lichtungs- oder Kahlfraß.

Obwohl die Falterraupen alles andere als harmlos sind, und ihre natürlichen Feinde wie Wanzen, Schlupfwespen, Raupenfliegen, der Kuckuck und räuberische Käfer mit ihrer Eindämmung nicht nachkommen, wird die Regulierung aus forstwirtschaftlichen Gründen nur in Ausnahmefällen, sowie in der Nähe von Siedlungen und Erholungseinrichtungen bewilligt.

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  • Eichenprozessionsspinner: Alex Weber

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