Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt
Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt | Bild: Landeshauptstadt Saarbrücken

Vierter offener Brief von Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt

In seinem vierten offenen Bürgerbrief informiert Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt zur aktuellen Corona-Lage und wünscht frohe Ostern.

Liebe Saarbrückerinnen und Saarbrücker,

ein paar Gedanken möchte ich Ihnen in die nun anstehenden Osterfeiertage mitgeben.
Die letzten Wochen waren für uns alle eine Herausforderung. Unsere Gesundheitsinfrastruktur hat gezeigt, dass sie den bisherigen Aufgaben gewachsen ist. Chaotische Zustände, wie es sie in anderen Ländern gibt, hat es bislang bei uns nicht gegeben. 

In allen Bereichen unserer Stadt – auch in der Stadtverwaltung – hat sich ein Tagesgeschäft in der Krise eingestellt. In manchen Teilen weicht es nur wenig ab von der Vorkrisenzeit, in anderen hat sich die Welt komplett geändert, in manchen ist die Arbeitsbelastung besonders hoch.

Ich danke für das Miteinander, danke allen, die in diesen Wochen besondere Dienste und Verantwortung übernehmen, genauso aber auch jenen, die die meiste Zeit zu Hause verbringen. Alle leisten ihren Beitrag dazu, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. 

Ostern steht vor der Tür.

Ostern 2020 – ein Fest, das wir uns sicherlich anders vorgestellt haben. Eine kurze Runde durch unsere Parks oder den Stadtwald ersetzt Osterausflüge, Besuche bei Familie und Freunden oder den Kurzurlaub. Statt den Gottesdienst zu besuchen, greifen wir auf Übertragungen im Fernsehen und Internet zurück, wir rufen unsere Verwandten und Freunde an, sind über das Internet miteinander verbunden, statt uns persönlich frohe Ostern zu wünschen. Aber auch diese Gespräche können Nähe erzeugen und fördern den sozialen Zusammenhalt. 

Trotz Corona: Die Stadt steht nicht still. 

Ziel unseres Krisenmanagements ist es, möglichst kontrolliert durch die Krise zu kommen, die Gesundheitsversorgung zu sichern und die staatliche Ordnung immer zu gewährleisten. Dies und vieles mehr ist uns bislang gelungen. Wir arbeiten auch an der Zukunft unserer Stadt weiter.

Am letzten Dienstag konnte man sich davon einen Eindruck machen. Der Stadtrat, der in Form des Abwesenheitsausschusses getagt hat, hat 48 Tagesordnungspunkte mit 33 Untertagesordnungspunkten beraten. Auch wenn er zur Zeit nur in der Variante zusammentritt, die wir eigentlich für Ferien vorgesehen haben, ist er Form und Ausdruck unserer gelebten Demokratie und von Normalität. Wir haben auch dafür gesorgt, dass weiterhin – trotz Pandemie – politische Entscheidungen getroffen werden können. Das ist gut, denn Stillstand können wir uns nicht leisten. 

Der Abwesenheitsausschuss hat wichtige Projekte vorangebracht, zum Beispiel 11 Bebauungspläne beraten, darunter auch den Bebauungsplan, der die Erweiterung des Saarbrücker Familien- und Greentech-Unternehmens Woll in Gersweiler gewährleisten soll.

Hier hat der Ausschuss die 1. Offenlage des Bebauungsplans beschlossen. Es ist der Anfang der zweiten Stufe eines mindestens dreistufigen Bebauungsplan-Verfahrens, das wir seit über einem Jahr betreiben und das von einer strukturierten Bürgerbeteiligung begleitet wurde; dies wird auch im weiteren Verlauf der Fall sein. 

Mit weiteren Entscheidungen hat der Ausschuss unter anderem die Sanierung von sieben Schulhöfen, die Beteiligung an einem Smart-City-Modellprojekt oder auch Projekte wie die Fahrradzone Nauwieser Viertel zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur auf den Weg gebracht. Wie gesagt: Vorbereitet von einer Verwaltung, die auch im Krisenmodus an der Zukunft unserer Stadt arbeitet. 

Nachbar Frankreich braucht Hilfe nicht Grenzbarrikaden.

In der vergangenen Woche wurde der Grenzübergang zwischen Großrosseln und Petite-Rosselle wieder geöffnet – ein wichtiger Schritt, den ich sehr begrüße. Ich hatte mich als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Saarbrücken und als Präsident des grenzüberschreitenden Eurodistricts SaarMoselle unter anderem an die Bundeskanzlerin gewendet, um auf eine Öffnung der Grenzen zwischen dem Saarland und Frankreich hinzuwirken. 

Gemeinsam mit dem Einsatz weiterer politischer Akteure, darunter unser Europaminister Peter Strobel, hat dieser Appell zu einem ersten kleinen Erfolg geführt. 

Ich werde mich weiter für die Entfernung der Grenzbarrikaden einsetzen, unser städtisches Krankenhaus auch für Patienten aus Frankreich offenhalten. Ein Nachbar, der unsere Hilfe braucht, sollten keine Barrikaden auf die Straße gesetzt bekommen. Grenzen bieten vor Viren keinen Schutz – nur gemeinsames Handeln schützt.

Ich bin daher sehr dankbar, dass unsere Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer durch ihr Handeln zeigt, dass gar nicht genug Saarländer in Berlin in Verantwortung sein können. Auch in der Krise müssen wir zu unserer internationalen Verantwortung stehen, dürfen uns nicht einigelt, sondern müssen mit anderen nach Lösungen suchen und dort helfen, wo wir helfen können.

Die städtischen Parkanlagen und Wälder bleiben geöffnet.

An den vergangenen Wochenenden waren unsere Parkanlagen und Wälder gut besucht – und auch über die Osterfeiertage bleiben sie für Sie, liebe Saarbrückerinnen und Saarbrücker, offen. Damit die Besucherströme unserer überregional beliebten Ausflugsziele am Wochenende nicht zu stark werden, sperren wir einen Teil der Parkplätze am Deutsch-Französischen Garten und am Staden.

Denn derzeit gilt es, gezielt größere Menschenansammlungen zu verhindern. So können wir die Corona-Ausbreitung eindämmen. Auch an diesem Wochenende sind unser Ordnungsamt und die Polizei unterwegs und kontrollieren die Einhaltung der aktuellen Rechtsverordnung. Bitte haben Sie Verständnis. Es ist absolut notwendig. 

Tipps für Ostern

Deutsch-Französischer Garten, Staden, Bürgerpark – das sind beliebte Orte für Sport oder Spaziergänge. Aber unsere Stadt hat noch mehr zu bieten. Unser Stadtwald zum Beispiel ist gut erreichbar und bietet viele weitläufige Wanderwege. Zudem lohnt es sich, auf weniger stark frequentierte Grünbereiche auszuweichen oder Randzeiten für den Spaziergang zu wählen. 

Viele Tipps für eine abwechslungsreiche Zeit zu Hause finden Sie auch unter www.saarbruecken.de/ostern

Das diesjährige Osterfest wird uns allen sicherlich in besonderer Erinnerung bleiben. Vielleicht werden wird die Ruhe und den gesunkenen Erwartungsdruck an Einladungen, Feste, Geschenke, Ausflüge und Urlaubsreisen auch im Rückblick als eine Zeit der Entlastung und der Besinnung empfinden. Auch wenn wir uns natürlich alle wieder auf die Normalität freuen.

Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und Freunden ein frohes Osterfest!

Ihr Uwe Conradt



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