In alten Zeiten schwelgen... | Regio-Journal


In alten Zeiten schwelgen…

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Heute werden wir alle durch das SARS-CoV-2 Virus, kurz Corona genannt, in unseren Aktivitäten deutlich eingeschränkt. Dadurch, dass wir uns mehr zu Hause aufhalten, haben wir mehr Zeit, uns an die ‚Guten alten Zeiten‘ zu erinnern. An die Zeit vor Corona.

An die Zeit, in der man sich treffen konnte, mit wem man wollte, oder noch weiter zurück, an die Zeit, in die Küchentische noch Schubladen hatten, in denen das Essbesteck und die Messer lagen.

Als das, was heute als ‚Retro‘ bezeichnet wird, normal war. Als man sich über ein neues Kleidungsstück freute, weil es von einer Schneiderin oder selbst gefertigt wurde und dementsprechend gewürdigt wurde. Als man noch ein Sonntagsgewand hatte, das auch nur am Sonntag oder zu Feierlichkeiten getragen wurde.

Damals, als die Männer zum sonntäglichen Kirchgang Anzug, Krawatte und Hut trugen, den sie in der Kirche abnahmen. Damals, als der Einkauf im ‚Tante Emma Laden‘ normal war, weil es keine Supermärkte oder Discounter gab. Zu der Zeit, als Schuhe noch richtig gepflegt wurden und nicht einfach weggeworfen wurden, wenn die Sohle kaputt war.

Damals ging man zum Schuster, um sie neu besohlen zu lassen und aus Kleidungsstücken von Erwachsenen wurde für die Kinder ein Neues angefertigt. Man kaufte den Sonntagsbraten beim Metzger und kochte jeden Tag selbst. Einen Kuchen zu backen war aufwendig, weil man den Teig von Hand mit dem Schneebesen oder mit einem Handquirl schaumig schlagen musste.

Jeder, der das einmal gemacht hat, weiß, wie anstrengend das war. Damals bohnerte man noch das Linoleum mit Bohnerwachs und polierte es anschließend mit dem Blocker glänzend. Zu dieser Zeit war man selbst noch jung und voller Träume und Ziele. Vieles erforderte körperlichen Einsatz, weil es keine elektrischen Hilfsmittel gab, die heute die Arbeit erleichtern. Insgesamt waren die Menschen bescheidener, die Zeit langlebiger.

Trotz vielen täglichen Mühen kannte man den Begriff ‚Burnout‘ nicht. Ja, das war eine schöne Zeit, an die man sich gerne erinnert.
Der tägliche Ablauf wird sich auch heute wieder ändern, wenn ein Impfstoff für SARS-CoV-2 gefunden wird und sich alles wieder normalisiert.

Zwar werden die ‚Guten alten Zeiten‘ nicht zurückkehren, aber wir werden uns daran erinnern, wie es war, als die Mund-Nasen-Maske zum täglichen Anblick gehörte und als Gruppenfotos wegen der Abstandregel so aussahen, als ob die Personen mit dem Salzstreuer ausgestreut worden wären…





Bildquellen:

  • Alte Kaffeemühle: Regio-Journal

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