Messerangriff (Symbolbild)

Stichwaffen und Messervorfälle im Saarland – Ein Lagebild von Polizei und Innenministerium

Gibt es „immer mehr“ Messerattacken im öffentlichen Zusammenleben? Diese Frage beantwortet jetzt das „Lagebild Stichwaffen- und Messervorfälle“ im Saarland. Das Innenministerium hat gemeinsam mit der Polizei die Situation ermittelt.

Zwischen 1. Januar 2016 und 30.04.2018 gab es insgesamt 1490 lagebildrelevante Fälle, davon sind 1141 Strafanzeigen mit aktivem Einsatz oder griffbereit geführtem Messer und 349 „sonstige Fälle“ registriert. Die Anzahl der Straftaten durch Messerangriffe ist steigend.

Auffällig ist, so das Innenministerium, dass es sich nicht um ein landesweites, sondern um ein eher lokales Problem handele, insbesondere in der Saarbrücker Innenstadt. Neben einer anzunehmenden Verschärfung der Lage werden auch polizeiliche Maßnahmen anzupassen sein.

Minister Bouillon:

„Hierzu gehört auch die Prüfung der Möglichkeit, dauerhafte Waffenverbotszonen einzurichten.”

Ebenso wurde bekannt, dass die meisten Messerangriffe von deutschen Staatsbürgern gegen deutsche Staatsbürger verübt werden.

Sicherheitsstrategie entworfen

Um das Problem zu bekämpfen, soll unter anderem eine Videoüberwachung an Brennpunkten wie der Johanneskirche und dem Bahnhofsvorplatz installiert werden.
Auch eine Waffenverbotszone wird intensiv geprüft. Die Sicherheitspartnerschaften sollen weiter asugebaut werden. Auch die Personalstärke wurde im Vergleich zu 2017 um fast 200 Kräfte erhöht, um eine dichtere Kontrolltätigkeit zu gewährleisten.

Ein weiteres Mosaik im Rahmen der erweiterten Sicherheitsstrategie ist die zum 30. Juli 2018 eingerichtete Fahndungs- und Aufklärungseinheit Straßenkriminalität (FASt). Sie wurde vor dem Hintergrund der bestehenden Sicherheitspartnerschaft mit der Stadt Saarbrücken und als notwendige Folge eines permanenten Prozesses polizeilicher Lagebeobachtung und -aufklärung sowie Analyse und Bewertung bestehender Konzepte eingerichtet.

„Um den Schutz aller Saarländerinnen und Saarländer auch weiter zu gewährleisten und das konstant hohe Niveau der Arbeit der Sicherheitsbehörden zu halten bzw. weiterzuentwickeln, braucht es ein koordiniertes Zusammenwirken aller am Prozess der Inneren Sicherheit beteiligten Behörden, Institutionen und Zivilgesellschaften. Die Herausforderungen, die uns aufgrund der nach wie vor komplexen Kriminalitäts- und Gefährdungslage tagtäglich begegnen nehmen nicht ab. Kriminalität hat sich verändert. Sie ist internationaler, dynamischer und professioneller geworden. Hierauf reagieren wir, weil wir die Ängste unserer Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen.”

So Innenminister Bouillon abschließend.

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