Mercedes fährt Kreise um die Formel 1: Ohne „Party Mode“ noch stärker?

Mercedes dominiert die Formel 1 nach Belieben. Nicht nur Serienweltmeister Lewis Hamilton begeistert, die Perfektion des von Toto Wolff geführten Teams beeindruckt. Nun plant die FIA das Verbot des „Party Modes“ bei den Motoren und Toto Wolff überrascht mit einer Aussage.

Die FIA überlegt, bereits ab dem Großen Preis von Belgien in zwei Wochen, den „Party Modus“, also eine besondere Motoreneinstellung der Formel 1-Triebwerke, die eine besonders hohe Leistungsabgabe auf kurze Zeit ermöglicht, zu verbieten.

Dies würde vor allem das dominante Mercedes-Team inklusive seiner Kundenteams betreffen. Das Team ist dafür bekannt, insbesondere in den beiden letzten Qualifikationseinheiten massiv Motorenleistung freigeben zu können und diese auch im Rennen immer wieder einzusetzen.

So konnte Valtteri Bottas beispielsweise in der letzten Runde des Großen Preis von Spanien mit neuen Reifen und besonderem Motorenmapping eben zwei Sekunden schneller fahren als der Rest des Feldes.

Wolff: „Vier- oder fünffache Leistung möglich“

Die anderen Teams wie Ferrari, Red Bull Honda und Renault reiben sich bereits die Hände. Doch Toto Wolff, Teamchef der „Silberpfeile“ lässt nun in einem Sky-Interview aufhorchen. Denn es könne sein, dass Mercedes gar nicht so eingebremst wird, wie es die Gegner hoffen: „Am Ende des Tages nimmt man verschiedenen Teams Performance weg. Wir haben uns jahrelang konzentriert, dass genau dieser spezifische Aspekt funktioniert, und jetzt kommt man da von linksaußen und sagt, wir wollen das nicht mehr.

Dann legt Wolff nach: „Im Endeffekt glaube ich, dass es einfach eine neue Herausforderung für uns ist. Wenn uns durch diesen ‚Party-Modus‘ ein paar Runden weggenommen werden im Qualifying, dann können wir im Rennen das Vier- oder Fünffache, mit mehr Power. Und im Moment ist das Rennen unsere Schwäche, nicht das Qualifying. Vielleicht tut man uns sogar einen Gefallen“.

Wie Wolff darauf kommt ist klar: Es wird nicht festgelegt, welchen der Motorenmodi dauerhaft gefahren werden muss, dies darf das Team selbst bestimmen.

Es gibt zahlreiche Motorenmappings, zwischen denen der Fahrer über das Lenkrad wechseln kann, ähnlich den „Economy und Sport“-Modi in Privaten PKW.  Verwendet man in der Qualifikation die stärksten Modi, setzt man im Rennen auf einen konservativeren Weg, bei dem die Technik geschont und der Benzinverbrauch reduziert wird.

Mercedes könnte also einen Kompromiss entwickelt haben, der unter der aktuellen Qualifikationsleistung, aber über der aktuellen Rennleistung liegt und somit sogar seine überlegene Vormachtstellung weiter ausbauen.

Weniger Mapping = Leichtere Überwachung

Die FIA selbst begründet diesen Schritt mit der Überwachbarkeit der Motoren. So ist es durch ein Mapping einfacher, die Systeme auf Rechtmäßigkeit zu kontrollieren. Außerdem muss laut Reglement der Fahrer immer selbst den „Betrieb des Autos“ gewährleisten. Aktuell bekommen die Fahrer jedoch Informationen über die zu verwendenden Motoreneinstellungen aus der Box heraus, was ein Regelkonflikt darstellen könnte.

Rennleiter Michael Masi sieht in der Überwachung kein Problem: „Wir sind da sehr zuversichtlich. Sonst hätten wir uns nicht dafür entschieden.





Bildquellen:

  • Hamilton GP 2020 Spanien: LAT Images for Mercedes-Benz Grand Prix Ltd

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