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VHS-Leiterin Anne Allenbach: Unsere Volkshochschule leistet seit 74 Jahren starke Kulturarbeit in Sulzbach

„In Sulzbach hat man schon immer großen Wert auf Kultur gelegt“, sagt Anne Allenbach, die neue Leiterin der Volkshochschule in Sulzbach. Die studierte Kunsthistorikerin ist seit November 2012 bei der Stadt beschäftigt und hat schon des Öfteren die sprichwörtliche Nase in die Stadtchronik oder das Stadtarchiv gesteckt, denn in den vergangenen Jahren war sie im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig und war zuletzt Pressesprecherin der Stadt. Recherche jeder Art war bei ihr an der Tagesordnung. „Das Kulturamt Sulzbach hat bereits im Jahr 1948 Geschichte geschrieben. In der Stadtchronik ist zu lesen, dass es schon in den 20er Jahren Institutionen gab, die erfolgreiche Kammermusikabende, Vorträge, Schauspiele, Opern und Operetten veranstalteten“, so Allenbach.

„Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die kulturelle Handschrift in Sulzbach dann erst von der französischen Regierung geprägt“, so die VHS-Chefin weiter. Trotz Fremdbestimmung sei es Sulzbach aber gelungen, die kulturelle Identität zu bewahren. „Der damalige und erste Kulturamtsleiter Hubert Klevinghaus hat laut Chronik sensible Aufbauarbeit geleistet und es war ihm gelungen, die französischen Rahmenbedingungen dahingehend zu lockern, dass die Volkshochschule auf der deutschen Kultur basieren konnte“, so Allenbach weiter.

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts sei dann die Sulzbacher Kultur erblüht, denn Kammermusik- und Diskussionsabende, zahlreiche Kunstausstellungen und hochrangige Referenten wie zum Beispiel Heinrich Böll, das Saarländische Kammerorchester, Hans-Dieter Hüsch, die moselfränkische Schriftstellerin Maria Croon und viele andere werden in der Stadtchronik als Akteure genannt.

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„Damals war die VHS noch im heutigen Gutenberghaus verortet. Der Umzug ins Salzherrenhaus folgte in den 80er Jahren“, weiß Allenbach. Der Spatenstich für das Kulturzentrum in „Alt-Sulzbach“ fand am 14. November 1986 im Innenhof der Salzhäuser statt. Maßgeblich an der Entstehung dieses neu geschaffenen Kulturortes war neben dem damaligen Bürgermeister Ulf Huppert unter anderem auch Kulturamtsleiter Dr. Dieter Staerk beteiligt. „Die Schwerpunkte in der Volkshochschule in der Nachkriegssituation waren zunächst Persönlichkeitsbildung und Zeitproblematik. Danach wurden berufsbezogene, praktischere Kurse mehr betont. Durch Dr. Staerk kamen ab dem Ende der 70er Jahre unter anderem durch dessen Passion für das Theaterspielen die musischen Anteile wieder mehr zum Tragen“, erläutert die VHS-Leiterin weiter.

Bis heute zeigt sich das Portfolio der VHS geprägt von seiner Entstehungsgeschichte. Ein stark ausgeprägtes Sprachkursangebot ist seit Jahren etabliert sowie zahlreiche kreative Kurse in Bereichen Literatur, Kunst und Theater. Ebenso gehören viele Gesundheitsthemen dank der Kooperation mit dem hiesigen Kneippverein zum Programm der VHS Sulzbach.

„Der digitale Wandel und vor allem das Pandemiegeschehen haben außerdem gezeigt, dass auch Online-Angebote in vielen Bereichen in den Fokus rücken. Neben den bereits altbewährten und bekannten Angeboten wird auch das digitale Programm der VHS weiter ausgebaut. Eine Reihe an Online-Präsentationen und Kursen zu gesundheitlichen Themen sowie interessante Veranstaltungen und Vorträge auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit und Natur bieten ein abwechslungsreiches Programm“, so Bürgermeister Michael Adam mit dem Blick in die Gegenwart.

Anne Allenbach und ihr Team haben derzeit bereits Kurs auf Planungen für das zweite VHS-Semester genommen. „Wir wollen unsere gut etablierten Säulen, wie die Sprachkurse, das Gesundheitsprogramm mit dem Kneipp-Verein, die hochkarätigen Lesungen der Stadtbibliothek, sowie die Studienfahrten mit unserem Kooperationspartner PMI-Reise weiter vorhalten und gleichzeitig zum Beispiel in den Bereichen „Junge VHS“ und „Arbeit und Beruf“ neue Angebote ermöglichen“, verrät sie.