Sanierung der Halde Maybach – wie es weitergeht

Die Halde Maybach wird von der RAG saniert. Bei einer Ortsbegehung wurde das Vorhaben näher erläutert. 

Damit die Sanierung der „Halde Maybach“ als abgeschlossen gelten und das Projekt aus der Bergaufsicht entlassen werden kann, müssen zwei Punkte erfüllt sein: Es darf keine Gefahr von dem Standort ausgehen und eine Folgenutzung muss gewährleistet sein.

Hieran arbeitet die RAG bereits seit Jahren und muss dies auch noch einige Jahre weiter. Das Bergbauunternehmen lud am 24.03. zu einer Ortsbegehung auf die Halde, um über den aktuellen Stand zu berichten und einen Ausblick in die Zukunft zu geben. Medienvertreter, zahlreiche Mitglieder des Friedrichsthaler Stadtrats, Mitarbeiter und Geschäftsführung der Stadtwerke Friedrichsthal und Friedrichsthals Bürgermeister Christian Jung (SPD) nahmen das Angebot, die Halde zu „erklimmen“, gerne an.

„Unseren Bürgern ist es wichtig, aktuelle Informationen zu erhalten, was auf dieser Fläche passiert und wie der aktuelle Stand der Arbeiten ist“, erklärte Jung auf dem Weg zum Haldenplateau. 

Stefan von dem Broch, Projektleiter der RAG, erklärte: „Um ein geordnetes Entwässerungssystem herzustellen, haben wir im Jahr 2020 damit begonnen, Böden einzubauen und zu verdichten. Mit diesen Maßnahmen wird verhindert, dass Regenwasser ungeordnet in den Haldenkörper eindringen kann“. Außerdem habe man ein Regen-Rückhaltebecken angelegt, welches die Infrastruktur für die Entwässerung der Halde ergänze.

Mehr als 30 Millionen Kubikmeter Bergematerial bilden die etwa hundert Meter hohe Halde in Maybach aus. Oben angekommen erhält man einen Ausblick über Friedrichsthal, Sulzbach und Quierschied, aber auch den Saarkohlewald.

Aktuell sei man in der Planung, die Haldenflanken zu sanieren. Diese dauerten, so von dem Broch, noch fast zwei Jahre. Danach sollen dann rund 200.000 Kubikmeter Bergmaterial abgefahren werden, um die Halde insbesondere auf der Sulzbacher Seite, abzuflachen. 

Sorgen vor LKW-Lärm bräuchten die Bürgerinnen und Bürger indes nicht zu haben: „Der Baustellenverkehr wird Haldenintern oder durch das Industriegebiet Maybach führen“, erklärte der Projektleiter. 

Dies wird auch das zukünftige Gewerbegebiet attraktivieren: Das neu entstehende Gebiet wird über eine herausragende Verkehrsanbindung verfügung. „Ich bin mir sicher, dass sich schnell Interessenten für das neue Gewerbegebiet finden lassen“, erzählt uns Christian Jung. 

Bis alle Arbeiten an der Halde abgeschlossen und eine Folgenutzung möglich ist, werden noch einige Jahre vergehen. Geplant ist, das Projekt bis Ende 2028 vollständig fertigzustellen. Einzelne Teile könnten jedoch bereits früher genutzt werden.

Es entsteht ein Gewerbegebiet

Für Christian Jung kann es vermutlich nicht schnell genug gehen, denn für die Stadt Friedrichsthal entsteht ein neues Gewerbegebiet. Aber es gibt auch Überlegungen, die frühere Idee des Baus einer Solaranlage wieder aufzugreifen. Zuletzt könnte auch mit dem „Haldenbalkon Maybach“ eine Folgenutzung gewährleistet sein. „Jedenfalls soll hier etwas gemeinsam mit der Stadt Friedrichsthal entwickelt werden, das zur Region passt, wirtschaftlich machbar, ökologisch sinnvoll und attraktiv für die Menschen ist“, erklärte RAG Montan Immobilien-Prokurist Rudolf Krumm. 

Natur & Motocross-Rowdys

Auf dem Weg zur Halde erklärt Projektleiter von dem Broch, dass mit Amphibienzäunen zum Beispiel Frösche von den Baumaßnahmen ferngehalten werden können. Probleme bereiten in diesem Zusammenhang immer wieder Motocross-Fahrer, die sich unbefugt Zugang zum Gelände verschaffen und teilweise auch diese für die Tiere wichtigen Schutzeinrichtungen zerstören. 

Von dem Broch wies darauf hin, dass es sich im Falle der Halde um ein Naturschutzgebiet handelt. Doch nicht nur Frösche und Echsen finden sich auf der Halde: Auf dem Weg zurück zum Fuß der Halde begegnete der Gruppe eine Gruppe Wildschweine. 

Noch viel Arbeit

Bis zum Jahresende 2028 hat die RAG noch ein großes Arbeitspensum vor sich. Während am Fuß der Halde das Gewerbegebiet entstehen kann, ist der Gipfel nicht mit Hallen oder Gebäuden bebaubar. Hier könnte dann die besagte Photovoltaik-Anlage, Aussichtspunkte und Naherholungsgebiet entstehen. 



Bildquellen

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  • _REG8568: Regio-Journal
  • Amphibienzaun: RAG / Bredel
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