Inflationsrate im Saarland auf neuem Höchststand: 8,9 Prozent

Die Inflationsrate im Saarland hat im September mit 8,9 Prozent einen neuen historischen Höchststand erreicht. Gegenüber dem Vormonat hat sich der Verbraucherpreisindex um 1,5 Prozent auf einen Wert von 119,0 (Basisjahr 2015=100) erhöht.

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PressRelease vom
29.09.2022 10:00 Uhr
| Statistisches Amt
| Statistik, Statistik Preise

Inflationsrate im Saarland auf neuem Höchststand: 8,9 Prozent

Die Inflationsrate im Saarland hat im September mit 8,9 Prozent einen neuen historischen Höchststand erreicht. Gegenüber dem Vormonat hat sich der Verbraucherpreisindex um 1,5 Prozent auf einen Wert von 119,0 (Basisjahr 2015=100) erhöht.

Zu dem weiteren Anstieg haben unter anderem der Wegfall des 9-Euro-Tickets und des Tankrabattes beigetragen. Diese zeitlich begrenzten Entlastungsmaßnahmen hatten sich von Juni bis August dämpfend auf die Inflationsrate ausgewirkt.

Hauptursache für die hohe Inflation sind nach wie vor die entfesselten Energiepreise, die mittlerweile bei der Preisentwicklung einer Vielzahl von Waren und Dienstleistungen ihre Auswirkungen zeigen. Haushaltsenergie ist aktuell 43,2 Prozent teurer als vor einem Jahr. Während sich die Heizölpreise mehr als verdoppelt haben (+ 111,2 %), stiegen die Preise für Fernwärme um 74,9 Prozent und die Gaspreise um durchschnittlich 60,1 Prozent. Ebenso mussten die Haushalte für das Heizen mit Holzpellets und Brennholz deutlich tiefer in die Tasche greifen (+ 69,2 %). An den Tankstellen lag das Preisniveau um 30,2 Prozent über dem des Vorjahres und um 9,6 Prozent höher als im Vormonat.

Nachdem bei Nahrungsmitteln im August bereits eine jährliche Teuerung von 13,3 Prozent gemessen wurde, stieg diese im September noch weiter auf 15,2 Prozent an.

Spürbar teurer wurden für die saarländischen Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem Speisefette und Speiseöle (+ 46,5 %; darunter Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Ähnliches + 95,9 % und Butter + 50,4 %). Extrem verteuert haben sich auch Mehl (+ 66,4 %) sowie Sahne (+ 53,1 %).

Für Speisen und Getränke in Restaurants und Gaststätten mussten Gäste fast ein Zehntel (+ 9,8 %) mehr ausgeben als vor einem Jahr.

Moderat fiel der Preisanstieg bei Bekleidung und Schuhen aus. Hier lag das Preisniveau lediglich um 2,7 Prozent höher als vor einem Jahr.

Bei den Nettokaltmieten, die rund ein Fünftel der Ausgaben privater Haushalte ausmachen, zeichnet sich ein beschleunigter Anstieg ab. Waren im Juli die Mieten im Vorjahresvergleich noch um 1,0 und im August um 1,4 Prozent gestiegen, wurde nun im September ein Anstieg um 1,8 Prozent gemessen.

Die Presseinformation enthält vorläufige Ergebnisse der Berechnungen zum saarländischen Verbraucherpreisindex. Endgültige Ergebnisse werden mit dem Statistischen Bericht MI2 im Internet veröffentlicht (www.statistik.saarland.de).

Erläuterung: Eine Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindexes) von 2,0 Prozent bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Verbraucher für einen unveränderten Warenkorb, der vor einem Jahr z. Bsp. 1 000 Euro gekostet hat, heute 20 Euro oder 2,0 Prozent mehr ausgeben müsste. Dieser Warenkorb beinhaltet nahezu alle Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten gekauft werden. Neben Nahrungsmitteln und Getränken sind Wohnungsmieten ebenso enthalten wie Bekleidungsartikel, Urlaubsreisen oder Friseurdienstleistungen. Preissteigerungen bei einer Reihe von Gütern stehen stets auch Preissenkungen bei anderen gegenüber. Die Preisentwicklung der einzelnen Güter wird bei der Ermittlung des Verbraucherpreisindexes entsprechend den jeweiligen Ausgabenanteilen eines Durchschnittshaushaltes berücksichtigt.

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