ZEW-Konjunkturerwartungen erneut stark gesunken

Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im November erneut stark verschlechtert: Der entsprechende Index sank von 56,1 Zählern im Oktober auf nun 39,0 Punkte.

Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Die Erwartungen der Finanzmarktexperten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sanken ebenfalls zum zweiten Mal in Folge sehr stark.

Der Erwartungsindikator für das Eurogebiet liegt in der November-Erhebung bei 32,8 Punkten. Dies sind 19,5 Punkte weniger als im Vormonat. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet stieg hingegen leicht um 0,2 Punkte auf einen Wert von -76,4 Punkten. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verschlechterte sich leicht.

Der Lageindikator beträgt im November -64,3 Punkte. Dies ist ein Rückgang um 4,8 Punkte im Vergleich zum Vormonat. Die Finanzmarktexperten sorgten sich um die wirtschaftlichen Auswirkungen der zweiten Covid-19-Welle, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien daher im November abermals erheblich zurückgegangen.

Dies deute auf eine deutliche Verlangsamung des wirtschaftlichen Erholungsprozesses in Deutschland hin. „Es wird außerdem befürchtet, dass die deutsche Wirtschaft erneut in eine Rezession fallen könnte“, fügte Wambach hinzu. Nach den Aussagen der Experten hätten weder die Entwicklungen bei den Brexit-Verhandlungen noch der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl derzeit Einfluss auf die Konjunkturerwartungen für Deutschland.

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Die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten sorgen sich um die wirtschaftlichen Auswirkungen der zweiten Covid-19-Welle„, so ZEW-Präsident Achim Wambach.Die Brexit-Verhandlungen und die US-Präsidentschaftswahl hätten derzeit keinen Einfluss auf die Konjunkturerwartungen für Deutschland.

Auch die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verschlechterten sich im November deutlich. Der Indikator fiel um 19,5 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 32,8 Zähler. Dagegen verbesserte sich der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum um 0,2 Punkte auf minus 76,4 Zähler.

Widerspruch zu Prognose der Wirtschaftsweisen

Diese Meldung steht in einem direkten Widerspruch zu den Prognosen der Wirtschaftsweisen. Die erwarten eine bessere Konjunktur als bisher befürchtet. So schrumpft nach Angaben der Süddeutschen Zeitung, der das Gutachten des Sachverständigenrat vorliegt, die Wirtschaft in Deutschland in diesem Jahr nur um 5,1 Prozent.

Damit fiele der ökonomische Schaden 2020 trotz Jahrhundert-Pandemie geringer aus als nach der Finanzkrise 2008„, so die Süddeutsche Zeitung.

Ursprünglich gingen die Wirtschaftsweisen von einem doppelt so starken Einbruch aus. Die fünf Wirtschaftsweisen kritisieren die Bundesregierung deutlich weniger als in den vergangenen Jahren: „Die Politik hat in der Krise rasch und entschlossen gehandelt„, zitiert die Zeitung aus dem Gutachten, das am Mittwoch vorgestellt werden soll.

Für das nächste Jahr wird in Deutschland ein Wirtschaftswachstum um 3,7 Prozent erwartet. Als exportstarke Nation ist Deutschland maßgeblich davon abhängig, wie sich die Corona-Pandemie in den anderen Staaten entwickelt.



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