ZDH: Handwerk sieht Trendwende auf Ausbildungsmarkt

Bis zur Jahresmitte haben 62.251 junge Menschen einen Ausbildungsvertrag neu abgeschlossen und damit 13,1 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres.

Das berichtet die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf eine Auswertung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Man sehe weiter gute Chancen für Jugendliche, die derzeit noch keinen Ausbildungsplatz haben, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer.

„Möglichkeiten dazu bieten sich viele, aktuell gibt es noch 31.000 freie Ausbildungsplätze in allen Gewerken und Regionen“, sagte Wollseifer. Es sei jetzt „ein idealer Zeitpunkt, sich über eine Karriere im Handwerk zu informieren und eine Ausbildung im Handwerk zu starten“, sagte er. Mit der Zahl der schon abgeschlossenen Verträge zum neuen Ausbildungsjahr hat das Handwerk das Vorkrisenniveau zwar noch nicht erreicht. Der Rückstand hat sich aber inzwischen stark verringert: Zum Stichtag Ende Juni belief er sich auf 3.758 Verträge oder 5,7 Prozent, wie die Auswertung zeigt.

Im Vergleich der Mai-Zahlen hatte der Abstand zum Niveau von 2019 noch 9,9 Prozent ausgemacht, war also fast doppelt so groß gewesen. Die Entwicklung in Industrie und Handel stellt sich etwas schwächer dar, deutet aber ebenfalls nach oben: Laut einer Zwischenbilanz des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) lag die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei Handelskammern zur Jahresmitte um 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. „Der Trend ist hier positiv, denn in den Monaten davor lagen die Zahlen noch im Minus“, sagte der neue DIHK-Präsident Peter Adrian der FAZ. „Ich appelliere gleichwohl an Jugendliche und Unternehmen: Bleibt dran.“ Im vergangenen Jahr hatte die Coronakrise zu einem historischen Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt geführt: Erstmals seit der Wiedervereinigung wurden weniger als eine halbe Million Ausbildungsplätze neu besetzt.

Wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ausweist, sank die Zahl der neuen Verträge von 525.000 im Jahr 2019 auf 467.500 im Jahr 2020, ein Rückgang um elf Prozent.





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