Tesla hat Ärger mit neuem Gutachten

Ein neues Gutachten im Auftrag von NABU und Grüner Liga warnt davor, dass in der Tesla-Fabrik in Grünheide immer noch Reizgase austreten und Chemiebrände entstehen könnten.

Das Magazin „Business Insider“ berichtet darüber. In dem Schriftsatz bemängelt der von den Umweltverbänden mandatierte Ingenieur, dass der US-Autobauer die Gefahren der Chemikalie Tetrafluorpropen unterschätze.

In einem Szenario nimmt er an, dass die Chemikalie in den Fabrik austreten und eine Lache bilden könnte, die sich entweder ungehindert oder innerhalb eines Auffangraums ausbreitet. Es sei anzunehmen, dass dann ein Lachenbrand folgt und anschließend die Gase verdampfen. Bei dem Brand kann Flourwasserstoff entstehen. Dabei handelt es sich um ein Reizgas, dass die Atemwege von Menschen angreift.

Der US-Autobauer Tesla soll laut Bericht in seinem ursprünglichen Bauantrag davon ausgegangen sein, dass die Chemikalie nur gasförmig und nicht flüssig austreten würde. Der Gutachter bezeichnet diese Annahme als falsch. Mittlerweile hat Tesla zwar einen neuen Bauantrag vorgelegt, auch darin werde das Gefahrenpotential aber unterschätzt, schreibt der Gutachter. Der Ingenieur warnt außerdem davor, dass die betroffene Fläche bei Freisetzung des Schadgases deutlich größer ist, als von Tesla angenommen.

Die Umweltverbände kritisieren, dass die Fabrik vor diesem Hintergrund womöglich keinen ausreichenden Sicherheitsabstand zu „benachbarten Schutzobjekten“ aufweist, etwa zu Anwohnern in der Umgebung. Besonders die Brandgefahr sei dabei „nicht außer Betracht zu bleiben“. Ein Störfallgutachten eines anderen Ingenieurbüros warnte bereits Ende Mai vor explodierenden Gaswolken und dem Austritt von Reizgasen in der Fabrik in Grünheide. Auch die Ingenieure aus Hamburg stellten fest, dass Tesla mit dem gasförmigen Austritt der Chemikalie Tetrafluorpropen falsch kalkuliert habe – und von flüssigem Austritt hätte ausgehen müssen.

Das Büro empfahl an mehreren Stellen dringenden Verbesserungsbedarf.





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