Sozialverband beklagt Arbeitgeber-Widerstand gegen „Bürgergeld“

Der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, hat sich "fassungslos" über Kritik der Arbeitgeber am geplanten "Bürgergeld" gezeigt.

Äußerungen des Hauptgeschäftsführers des Arbeitgeberverbands BDA, Steffen Kampeter, seien „an Frechheit kaum zu überbieten“, sagte Bauer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). „Als Argument gegen das Bürgergeld den Fachkräftemangel anzuführen, kann ja nicht ernst gemeint sein. Hier steht in erster Linie die Wirtschaft in der Verantwortung.“

Kampeter hatte sich davor gewarnt, den Referentenentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für das Bürgergeld in seiner derzeitigen Form zu beschließen. Zur Begründung führte Kampeter den Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel in vielen Bereichen an. Da wäre das Bürgergeld „eine arbeitsmarktpolitisch fatale Wegmarke“.

Seit Jahren werde beispielsweise über bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege und über eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert, sagte Bauer. „Und was ist passiert? Nahezu nichts“, kritisierte der SoVD-Chef. „Von der beruflichen Inklusion von Menschen mit Behinderungen einmal ganz zu schweigen.“ Ein Viertel der Betriebe in Deutschland weigere sich zudem, Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen.

„Bevor die Arbeitgeber in Deutschland hier nicht ernsthaft tätig werden, sollten sie die Verantwortung für das Dilemma auch nicht woanders suchen.“



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