Schlachtbranche will Personal in eigenen Betrieben impfen

Spritze, über dts
Die Schlachtbranche will ihre Mitarbeiter direkt in den Betrieben gegen Corona impfen.

Martin Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Müller Gruppe und Vizechef des Verbandes der Fleischwirtschaft, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist, ist unsere Branche in den Betrieben in der Lage, unsere Belegschaften schnell und unkompliziert durchzuimpfen. Das machen wir, kein Problem. Wenn man uns lässt.“

Müller vertrat zudem die Auffassung, dass seine Branche mittlerweile Vorbild in Sachen Corona-Prävention sei. Es werde seit Monaten jeder Arbeiter auf Kosten der Unternehmen regelmäßig getestet. „Das Corona-Geschehen ist zumindest in der Fleischbranche unter Kontrolle“, sagte Müller, der auch Mitglied der Brancheninitiative „Fokus Fleisch“ ist. Vor fast genau einem Jahr kam es in einem Betrieb der Gruppe im baden-württembergischen Birkenfeld zum ersten größeren Corona-Ausbruch unter Schlachthof-Mitarbeitern. Mehrere Hundert Arbeiter infizierten sich. Auf die Frage, was damals schiefgelaufen sei, entgegnete Müller: „Nichts. Ich glaube nicht, dass wir uns Vorwürfe machen müssen.“ Zum damaligen Zeitpunkt sei nicht genau bekannt gewesen, wie sich das Virus verbreite. Nach weiteren großen Ausbrüchen etwa im Tönnies-Stammwerk Rheda-Wiedenbrück reagierte die Politik mit einem Verbot der Werkverträge, über die bis dato Subunternehmer Schlachter in die Betriebe schickten. Müller sagte der „NOZ“: „Der Werkvertrag in der Fleischbranche wurde regelrecht stigmatisiert. Frei nach dem Motto: Ist der Werkvertrag erst einmal weg, dann erledigt sich das mit Corona fast von alleine. Wie wir wissen, kam es anders.“ Auch in anderen Branchen sei es zu größeren Ausbrüchen gekommen. Seit dem 1. Januar müssen Schlachtunternehmen ihr Personal fest anstellen, allein bei Müller bedeutete das gut 1000 Neuanstellungen. Mit gut 2,1 Millionen geschlachteten Schweinen und 300.000 Rindern gehört die Unternehmensgruppe mit ihren Standorten in Süddeutschland zu den größten Schlachtern in Deutschland.

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