Importpreise steigen so stark wie seit 1974 nicht mehr

Die Importpreise waren im Januar 2022 um 26,9 Prozent höher als im Januar 2021.

Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Oktober 1974 im Rahmen der ersten Ölpreiskrise gegeben (+28,8 Prozent gegenüber Oktober 1973), teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr hatte im Dezember 2021 bei +24,0 Prozent gelegen, im November 2021 bei +24,7 Prozent.

Gegenüber dem Vormonat Dezember 2021 stiegen die Importpreise im Januar 2022 um 4,3 Prozent. Eine höhere Steigerung gegenüber einem Vormonat hatte es zuvor im Januar 1980 gegeben (+4,4 Prozent gegenüber Dezember 1979). Energieeinfuhren waren im Januar 2022 um 144,4 Prozent teurer als im Januar 2021 (+12,9 Prozent gegenüber Dezember 2021). Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich sei insbesondere durch die stark gestiegenen Preise für Erdgas begründet, so das Bundesamt. Diese lagen im Januar 2022 mehr als viermal so hoch wie im Januar 2021 (+302,7 Prozent). Deutlich teurer als vor einem Jahr waren auch Erdöl mit +66,8 Prozent und Mineralerzeugnisse mit +73,2 Prozent. Elektrischer Strom war 212,5 Prozent teurer als im Januar 2021. Gegenüber Dezember 2021 gaben die Preise aber deutlich nach (-23,4 Prozent).

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 161,1 Prozent über denen von Januar 2021. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Januar 2022 um 14,5 Prozent höher als im Januar 2021 und 2,5 Prozent höher als im Vormonat Dezember 2021. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 24,1 Prozent über dem Stand des Vorjahres (+3,7 Prozent gegenüber Dezember 2021). Höhere Preise für Vorleistungsgüter im Vorjahresvergleich vor allem bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Holz, Erzen, Metallen und Kunststoffen Importierte Vorleistungsgüter waren im Januar 2022 um 24,5 Prozent teurer als im Vorjahresmonat.

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Gegenüber Januar 2021 wurden infolge der Energiepreisentwicklung wie schon im Vormonat insbesondere Düngemittel und Stickstoffverbindungen zu fast dreifach höheren Preisen importiert (+175,5 Prozent). Deutlich teurer als im Januar 2021 waren außerdem vor allem Rohaluminium (+63,8 Prozent), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+55,6 Prozent), gesägtes und gehobeltes Holz (+42,4 Prozent) sowie Kunststoffe in Primärformen (+40,8 Prozent). Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Januar 2022 um 5,9 Prozent über denen von Januar 2021. Teurer waren unter anderem Notebooks (+6,2 Prozent), Maschinen (+6,1 Prozent), Kraftwagen und Kraftwagenteile (+4,7 Prozent) sowie Smartphones (+4,5 Prozent).

Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 8,6 Prozent teurer, Gebrauchsgüter 6,2 Prozent. Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 21,0 Prozent über denen von Januar 2021. Während insbesondere Rohkaffee (+68,2 Prozent) und Getreide (+29,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin deutlich teurer waren, wurden lebende Schweine zu niedrigeren Preisen importiert (-0,6 Prozent). Im Vormonatsvergleich stieg ihr Preis aber weiter an (+6,5 Prozent).



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