EZB fährt Anleihenkäufe schneller zurück

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihre ultralockere Geldpolitik im Kern fort.

Der EZB-Rat beschloss am Donnerstag allerdings, die Anleihenkäufe schneller zurückzufahren. Der Umfang der monatlichen Nettoankäufe im Rahmen des Anleihekaufprogrammes APP soll sich im April auf 40 Milliarden Euro, im Mai auf 30 Milliarden Euro und im Juni auf 20 Milliarden Euro belaufen.

Zuletzt waren für das zweite Quartal noch monatliche Nettoankäufe in Höhe von 40 Milliarden Euro geplant. Die Kalibrierung der Nettoankäufe für das dritte Quartal werde „datenabhängig“ sein und die sich entwickelnde Einschätzung der Aussichten widerspiegeln, hieß es weiter. Die Zinssätze werden weiter nicht angetastet. Damit bleibt der Zinssatz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte bei 0,00 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz bei 0,25 Prozent. Für Einlagen bei der EZB müssen Banken weiterhin Strafzinsen in Höhe von 0,50 Prozent zahlen. Dies war allgemein so erwartet worden. Seit September 2019 gelten diese Konditionen bereits. Der Rat gehe weiter davon aus, dass die Leitzinsen auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden, bis die Inflation weit vor Ende des Projektionshorizonts und dauerhaft für den Rest dieses Zeitraums zwei Prozent erreiche, hieß es in einer Mitteilung der EZB. Mittelfristig müsse sich die Inflation bei zwei Prozent stabilisieren. Aktuell liegt die Inflation im Euroraum bei 5,8 Prozent. Mit Blick auf die russische Invasion in der Ukraine hieß es von der EZB, dass man die von den europäischen Regierungen beschlossenen Sanktionen umsetzen werde. Der EZB-Rat werde „alle erforderlichen Maßnahmen“ ergreifen, um das Mandat zu erfüllen, Preisstabilität anzustreben und die Finanzstabilität zu wahren.



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