Energiekonzern OMV warnt vor Deckelung der Gaspreise

Der österreichische Energiekonzern OMV warnt einer Deckelung der Gaspreise.

„Wenn nun Gaspreise bestimmte Grenzen nicht mehr überschreiten dürfen, die Preise also gedeckelt werden, dann befürchte ich Schlimmes“, sagte Alfred Stern, Vorstandsvorsitzender von OMV, der „Süddeutschen Zeitung“. Dann sei es möglicherweise nicht mehr attraktiv genug, ausreichend Gas nach Europa zu bringen, was zu Versorgungsproblemen führen könnte.

Zudem müsse es Signale für das Sparen von Energie geben, der Gasverbrauch müsse dringend reduziert werden. „Da ist ein Gaspreisdeckel kontraproduktiv“, so Stern. Preisbegrenzungen könnten falsche Signale geben und für Verzerrungen sorgen, die dann Probleme machen. Das habe sich auch bei den Spritpreisen gezeigt. In Österreich komme noch direkt russisches Gas an, aber die Lieferungen gingen zurück: „Wir liegen derzeit zwischen 30 und 60 Prozent der vereinbarten Mengen.“ Die Speicher seien jetzt voll, müssten aber auch für den nächsten Winter wieder gefüllt werden. „Wir haben zwar einiges unternommen, aber es gibt keinen Grund für Entspannung“, so Stern. OMV werde das Gas aus Russland ersetzen müssen. „Aber wir werden natürlich kein Gas zurückschicken können, das hier aus Russland ankommt“, fügte er an. „Wir müssen erkennen, dass Versorgungssicherheit teuer ist, Sicherheit kostet viel Geld“, sagte Stern der SZ. Für das Gesamtjahr 2022 sei er für die Geschäftsentwicklung des Unternehmens zuversichtlich und rechne weiter mit einem Ölpreis von über 100 Dollar pro Barrel und Gaspreisen von 55 bis 60 Euro pro Megawattstunde im internationalen Geschäft. „Das wird auf einem hohen Niveau bleiben. Aber es hängt dann im kommenden Jahr auch davon ab, wie sich die Wirtschaft insgesamt weiterentwickelt. Da kann noch viel passieren“, sagte Stern.



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