DIW erwartet spätere Zinswende und mehr Inflation wegen Krieg

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine vorerst auf die Ankündigung höherer Zinsen verzichten wird.

Alexander Kriwoluzky, Leiter der Abteilung Makroökonomie beim DIW, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Die EZB wird im März sehr wahrscheinlich von dem Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm und der Ankündigung einer Zinserhöhung Ende des Jahres absehen.“ Stattdessen werde die Zentralbank auf die schwache wirtschaftliche Entwicklung verweisen und die Inflation in Kauf nehmen.

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„Das wird die Inflation dann weiter anheizen, und sie wird sicher über vier Prozent liegen.“ Kriwoluzky weiter: „Der Krieg und die Sanktionen werden die Inflationsrate in Deutschland weiter befeuern: erstens durch die steigenden Öl- und Gaspreise; zweitens durch den unterbrochenen Landweg nach China, der die Lieferengpässe in Deutschland noch weiter verstärken wird.“ Außerdem sinkt nach den Worten von Kriwoluzky gerade die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone. Der DIW-Ökonom verwies in diesem Zusammenhang auf den einbrechenden Handel mit Russland, eine psychologische Komponente, die zu einem geringeren privaten Konsum führen werde, und „die möglichen Auswirkungen der SWIFT-Sanktionen auf die Geschäftsbanken in der Eurozone“.



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