Verkehrssicherheitsrat: Autofahrer überschätzen sich massiv


Verkehrssicherheitsrat: Autofahrer überschätzen sich massiv

Autofahrer in Deutschland überschätzen sich und ihre Fähigkeiten offenbar maßlos.

Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) mit mehr als 2.000 Teilnehmern, über die die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe) berichtet. Demnach trauen sich zwei Drittel der Befragten zu, bei unerwartet auftauchendem Gegenverkehr auf einer Landstraße noch schnell genug reagieren zu können.

Und 90 Prozent der Befragten glauben, die notwendige Entfernung für einen sicheren Überholvorgang richtig einschätzen zu können. Doch Zahlen aus den Unfallstatistiken zeichnen ein anderes Bild: DVR zufolge kamen 2020 insgesamt 487 Menschen bei einem Unfall mit einem entgegenkommenden Fahrzeug ums Leben. „Das sind 30,6 Prozent aller Verkehrstoten auf Landstraßen“, sagte Stefan Grieger, Hauptgeschäftsführer des DVR der SZ. Gerade Vielfahrer würden sich in einer mitunter trügerischen Sicherheit wiegen: „Sie glauben, die täglich zu fahrenden Strecken gut zu kennen“, sagte Grieger. Oft trete eine Art „Gewöhnungseffekt“ ein, „die Leute glauben, sie könnten eine Überholstrecke richtig abschätzen“.

Doch das Gegenteil sei meist der Fall. Das zeigt auch eine andere Zahl aus der Forsa-Studie: So gaben 53 Prozent der Befragten an, sich durch das Überholverhalten anderer häufig gefährdet zu fühlen. In der kommenden Woche werden das Bundesverkehrsministerium und der DVR deshalb auch eine gemeinsame Sicherheitskampagne vorstellen, schreibt die SZ. Auf Plakaten und im Internet soll dann für mehr Rücksicht und Gelassenheit auf Landstraßen geworben werden, zudem soll die Kampagne die besonderen Gefahren, die auf Straßen außerorts bestehen, ins Bewusstsein rücken.





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