Montgomery verteidigt „Richterlein“-Äußerung

Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hat Kritik der Bundesärztekammer an seinen jüngsten Äußerungen zur Coronakrise zurückgewiesen.

Dass er in einem Interview von „kleinen Richterlein“ gesprochen habe, die Corona-Maßnahmen zurücknehmen, sei eine „gezielte Provokation“ gewesen, sagte er der FAZ (Montagsausgabe). „Es darf kein Duckmäusertum geben, auch Urteile sind nicht sakrosankt. Das muss man schon auch thematisieren können.“

Weiter sagte Montgomery: „Es kann doch auch nicht sein, dass bei einer national alle betreffenden Problematik unter Verweis auf den Föderalismus in den Bundesländern geltende Gesetze und Verordnungen von Richtern geändert werden.“ Montgomery kritisierte, in welcher Form sich die Bundesärztekammer, deren Ehrenpräsident er ist, kurz vor Silvester von seinen Äußerungen distanziert hatte. „Von der Kritik habe ich aus der Presse erfahren. Das fand ich erstaunlich unkollegial“, sagte er. Montgomery stand der Bundesärztekammer insgesamt acht Jahre lang als Präsident vor. Vor knapp drei Jahren wechselte er an die Spitze des Weltärztebunds. Er wies die Forderung der Kammer zurück, dass er sich als Chef des Weltärztebunds fortan nur noch zu „internationalen medizinethischen Fragen“ zu Wort melden soll.

Viele gesundheitspolitische Themen hätten eine internationale Dimension. „In der Kammer besteht vermutlich eine gewisse Eifersucht, die sich unter anderem an meinem Narzissmus reibt. Zu dem stehe ich.“ Montgomery sagte, er sei „ein deutscher Arzt, der 40 Jahre Standespolitik auf dem Buckel hat und jetzt international tätig ist“.

Zur Kritik der Bundesärztekammer sagte er: „Es ist ja nicht so, dass ich ein Pressebüro habe und immer alles aktiv nach draußen trage. Ich werde von Ihren Kollegen einfach noch häufig nach meiner Meinung gefragt. Oft genug verweise ich dann auf die Bundesärztekammer.“



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