Kreml-Propaganda zum Ukraine-Krieg unter jungen Deutschen verbreitet

Die Propaganda des Kremls über den Ukraine-Krieg in der Ukraine findet Anklang unter jungen Deutschen.

Jeder fünfte glaubt, die NATO habe Wladimir Putin so lange provoziert, bis er die Ukraine habe angreifen müssen, ist das Resultat einer Studie der Universität Leipzig, über die die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet. Jeder zehnte ist demnach der Meinung, Russland sei einmarschiert, um in Kiew ein faschistisches Regime zu stürzen.

Der Umfrage zufolge wird zwar Russland von einer großen Mehrheit der jungen Deutschen (76 Prozent) als Aggressor gesehen, rund die Hälfte der Befragten aber halten die Ukraine – ebenso wie die NATO oder die USA – zumindest für mitverantwortlich am Krieg. Innerhalb der Daten zeigen sich Unterschiede im Detail, zwischen Stadt und Land, Parteipräferenzen, Konfessionen oder Schulabschlüssen. „Verschwörungserzählungen über den Krieg finden insbesondere bei Menschen mit niedriger Bildung oder Wählern der AfD Anklang“, sagte Nina Kolleck, Professorin an der Universität Leipzig und Leiterin der Studie. Das gelte auch für Menschen in ländlichen, strukturschwächeren Regionen im Vergleich mit Stadtbewohnern.

Ein weiterer Befund: Die Befragten fühlen sich von den Medien offenbar einseitig informiert. Jede und jeder Dritte findet, man könne „westlichen Medien“ in ihrer Berichterstattung über den Krieg nicht trauen. „Insgesamt sehen wir einen Mangel an Bildung und Orientierung“, sagte Kolleck. „Die jungen Menschen wurden in den letzten Jahren von Krisen überrollt. Im Gegensatz zur Generation vor ihnen haben sie nicht mehr die Gewissheit von Frieden und Stabilität in Europa.“

Für die Erhebung befragte die Universität Leipzig insgesamt 3.240 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 29 Jahren.



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