Update: Mittlerweile mehr als 40 Tote durch Hochwasser | Regio-Journal


Update: Mittlerweile mehr als 40 Tote durch Hochwasser

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Der Regen lässt nach, die Pegel steigen dennoch weiter. Die Bundesregierung plant ein unkompliziertes und schnelles Hilfspaket. Ein aktueller Überblick über die Hochwasserlage in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Nach schweren Regenfällen im Westen Deutschlands zeichnet sich ein erstes Ausmaß der Schäden ab. Die Behörden haben mittlerweile mindestens 42 Todesopfer durch das Hochwasser bestätigt. Besonders betroffen ist der Landkreis Ahrweiler in der Eifel, wo in der Gemeinde Schuld mehrere Häuser eingestürzt sind.

Bestätigte Todesopfer

  • Kreis Ahrweiler: 18 Tote
  • Kreis Euskirchen: 15 Tote
  • Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis): 3 Tote
  • Köln: 2 Tote
  • Solingen: 1 Toter
  • Werdohl: 1 Toter
  • Altena: 1 Toter
  • Kamen: 1 Toter

Blick nach Rheinland-Pfalz

Die Eifel wurde massiv von den Wassermassen getroffen, die Landkreise Trier-Saarburg, Vulkaneifel und der Landkreis Ahrweiler melden katastrophale Lagen.

Im Ort Schuld (Landkreis Ahrweiler) stürzten offenbar vier Häuser vollständig ein und zwei Häuser teilweise. Im Landkreis wurden bisher 18 Todesopfer gemeldet.

Der Katastrophenfall wurde ausgerufen. Nach Angaben der Bürgermeisterin

In Rheinland-Pfalz sollten im Kreis Vulkaneifel und in der Ortsgemeinde Kordel im Landkreis Trier-Saarburg die Schulen geschlossen bleiben.

Kordel war am Morgen dem Kreissprecher zufolge nicht erreichbar. Die Bundeswehr versuchte dort und auch andernorts unter anderem mit Wasserfahrzeugen, die Bewohner zu erreichen. Die Evakuierung von mehreren hundert Menschen aus der Gemeinde Kordel wurden mit Booten in Sicherheit gebracht.

Zwischenzeitlich sei die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen, diese wurde durch das THW wieder hergestellt.

Das Klinikum Mutterhaus Ehrang wurde zwischenzeitlich erfolgreich evakuiert. Angehörige können über diese Nummer in Kontakt mit dem Klinikum kommen, zu Infos der Verlegung der stationären Patientinnen und Patienten aus Ehrang: Tel. 0651 947-82867.

Die Polizei Trier bittet insbesondere in sozialen Medien keine Horrornachrichten zu verbreiten. Offenbar kursieren Gerüchte, dass ein Staudamm in Biersdorf gebrochen sei. Dies ist laut Aussage der Polizei nicht korrekt.

In Teilen der Krisengebiete sind offenbar auch Handynetze ausgefallen.

Blick nach Nordrhein-Westfalen

Im Kreis Euskirchen starben nach ersten Behördenangaben mehrere Menschen. „Derzeit sind uns acht Todesfälle bekannt“, hieß es auf der Facebook-Seite des Kreises. Genauere Angaben – etwa weshalb genau die Menschen im Zusammenhang mit dem Unwetter starben – machte der Kreis zunächst nicht.

Im Märkischen Kreis starb ein 46 Jahre alter Feuerwehrmann. In Wuppertal sorgten heftige Regenfälle zu einem Anstieg der Wupper und für überflutete Straßen.

In Hückeswagen im Oberbergischen Kreis lief aufgrund der heftigen Regenfälle die Bevertalsperre über. Die Lage scheint allerdings nicht mehr ganz so angespannt wie noch in der Nacht. „Der Damm, der zu brechen drohte, ist soweit sicher“, sagte ein Polizeisprecher am Morgen.

In Solingen stürzte nach Polizeiangaben ein 82-Jähriger und geriet mit dem Kopf unter Wasser. Der Rentner sei später im Krankenhaus gestorben. Im Kreis Unna starb ein 77-Jähriger ebenfalls im unter Wasser stehenden Keller seines Wohnhauses. Bei der in Rheinbach bei Bonn entdeckten toten Frau ermittelt die Polizei nun weiter, vermutet aber einen Zusammenhang mit dem Unwetter.

Der Krisenstab im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen rief mittlerweile den Katastrophenfall aus. Wegen der Hochwasserlage entlang der Erft bestehe die Gefahr, dass sich die bisher örtlich begrenzte Lage neben Erftstadt auch auf Kerpen, Bergheim und Bedburg ausweiten könnte, heißt es in einer Pressemitteilung.

«Wir durchleben gerade eine Krise, deren Dimensionen heute noch nicht abschätzbar sind», sagte Landrat Frank Rock. Die extreme Wetterlage fordere schon jetzt den massiven Einsatz von Feuerwehr, Polizei, Städten, Stadtwerken, Technischem Hilfswerk und vielen anderen Helfern im ganzen Rhein-Erft-Kreis. „Der soziale Zusammenhalt und die Solidarität aller Bürgerinnen und Bürger ist in dieser schwierigen Zeit nun wichtiger mehr denn je. Helfen Sie bitte Nachbarn, Kindern, Älteren und mobilitätseingeschränkten Personen“, sagte der Landrat.

Bundesregierung plant Hilfsprogramm

Außerdem telefonierte Merkel mit den beiden Ministerpräsidenten der am schwersten betroffenen Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Armin Laschet (CDU) und Malu Dreyer (SPD), schreibt das Blatt. Die Zahl der Toten stieg unterdessen in Folge der Flutkatastrophe auf 42, davon allein 18 im Kreis Ahrweiler und 15 im Kreis Euskirchen. Zuvor hatten auch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans und Grünen- Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock einen Hilfsfonds für Betroffene gefordert. “Die Devise muss dabei sein: schnelle Hilfe, dabei aber sicherstellen, dass Versicherungsleistungen nicht auf die Steuerzahler abgewälzt werden”, sagte Walter-Borjans des Magazin “Business Insider”.

Das könne man aber nachlaufend gewährleisten. “Im Vordergrund stehen jetzt die Betroffenen mit ihren materiellen, aber auch mit den seelischen Belastungen, die so eine Katastrophe verursacht”, so Walter-Borjans. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) versprach, dass sich sein Bundesland an den finanziellen Folgen der Unwetter-Schäden beteiligen werde. Laschet machte sich vor Ort in der betroffenen Stadt Altena ein Bild der Lage.

Außerdem telefonierte Merkel mit den beiden Ministerpräsidenten der am schwersten betroffenen Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Armin Laschet (CDU) und Malu Dreyer (SPD), schreibt das Blatt. Die Zahl der Toten stieg unterdessen in Folge der Flutkatastrophe auf 42, davon allein 18 im Kreis Ahrweiler und 15 im Kreis Euskirchen. Zuvor hatten auch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans und Grünen- Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock einen Hilfsfonds für Betroffene gefordert. “Die Devise muss dabei sein: schnelle Hilfe, dabei aber sicherstellen, dass Versicherungsleistungen nicht auf die Steuerzahler abgewälzt werden”, sagte Walter-Borjans des Magazin “Business Insider”.

Das könne man aber nachlaufend gewährleisten. “Im Vordergrund stehen jetzt die Betroffenen mit ihren materiellen, aber auch mit den seelischen Belastungen, die so eine Katastrophe verursacht”, so Walter-Borjans. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) versprach, dass sich sein Bundesland an den finanziellen Folgen der Unwetter-Schäden beteiligen werde. Laschet machte sich vor Ort in der betroffenen Stadt Altena ein Bild der Lage.

15.000 Einsatzkräfte im Einsatz

In den Gebieten des Hochwassers sind nach Angaben des Innenministeriums 15.000 Helferinnen und Helfern im Einsatz. Neben Feuerwehr und THW ist auch die Bundeswehr mit tausenden Soldaten mit Bergepanzern und schwerem Gerät in den Krisengebieten im Einsatz.

Saarland weitgehend verschont

Das saarländische THW und die Feuerwehr unterstützen mit rund 50 Kräften die Kollegen im Raum Bitburg. Außerdem sind rund 50 DLRG-Kräfte im Kreis Trier-Saarburg unterstützend tätig, unter anderem Stromungsretter und Taucher.

Das Saarland wurde weitestgehend verschont. Einige Keller wurden überflutet, mehrere unterspülte Straßen oder umgestürzte Bäume seien gemeldet.

Personen wurden nicht verletzt.

Auch für die nächsten Stunden sind keine starken Pegelanstiege an der Saar zu erwarten, auch wenn es potenziell lokal zu Schauern oder Gewittern kommen kann, an denen bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter fallen können.





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