Tschechien bittet China um Impfstoff

Tschechien bittet China um schnellstmögliche Lieferung ihres Impfstoff des staatlichen Konzern Sinopharm. China komme dieser Bitte des EU-Landes „sofort“ nach.

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Tschechien ist derzeit das in der EU am stärksten von Neuinfektionen betroffene Land. Bereits vor einigen Tagen entschied Deutschland, 15.000 Impfdosen in das Nachbarland zu senden.

Die Krankenhäuser des rund elf Millionen Einwohner-Landes meldeten zuletzt eine Rekordzahl an Covid-19-Patientinnen und -Patienten. Insgesamt wurden zuletzt 8.162 Menschen stationär behandelt, der höchste Wert seit Beginn der Pandemie, meldete das Gesundheitsministerium. Darunter waren mehr als 1.660 besonders schwere Fälle, die künstlich beatmet werden müssen.

Innenminister Jan Hamacek sprach davon, dass „Krisenszenarien“ eingetreten seien. Daher stehe man in Kontakt mit ausländischen Partnern und spreche über Hilfen.

Deutschland stellt laut Hamacek 19 Betten zur Verfügung mit Option auf Dutzende weitere. Die Schweiz erklärte sich bereits, 20 Patienten aufzunehmen, Polen habe 200 Betten angeboten.

Außerdem habe das Gesundheitsministerium Vorbereitungen getroffen, HJausärzte und ambulante Spezialisten zu Einsätzen in Krankenhäusern zu verpflichten.

Auch sollen aufgrund der schlimmen Situation weitgehend unerprobte Medikamente versuchsweise eingesetzt werden.

Demnach trafen, so berichtet der ORF, im Universitätskrankenhaus in Brünn 10.000 Packungen des Antiparasitikums Ivermectin ein. Dafür hatte sich Regierungschef Andrej Babis persönlich eingesetzt: „Wir sagen, dass wir nicht auf klinische Studien warten können, lasst uns das versuchen.“

Große Firmen haben unterdessen mit Massentests ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begonnen, täglich infizieren sich mehr als 16.000 Menschen im Land.

Die 7-Tages-Inzidenz liegt bei über 780 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. 20.941 Menschen verstarben an oder mit Sars-Cov-2 in Tschechien seit Beginn der Pandemie.





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