Welthungerhilfe dringt auf Finanzhilfen für arme Länder

Der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe hat massive finanzielle Unterstützung für ärmere Länder gefordert, um Versorgungslücken und Hunger zu verhindern.

„Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine werden weltweit spürbar sein“, sagte Mathias Mogge dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Man werde mehr Geld benötigen, um die Folgen für die Ärmsten abzufedern.

„Da die Getreidepreise weltweit steigen und zudem auch Düngemittel und Benzin deutlich teurer werden, werden noch mehr Menschen Hunger leiden.“ Länder wie Kenia, Bangladesch oder Simbabwe bezögen einen wichtigen Teil ihrer Weizen- und Maisimporte aus der Ukraine und Russland. Der Libanon importiere sogar 90 Prozent seines Weizens aus den beiden Ländern. Die Weizenreserve dort reiche nur noch für etwa sechs Wochen. Auch in anderen Ländern könnten steigende Getreidepreise zu Problemen führen. „Weltweit leben noch immer rund 1,8 Milliarden Menschen mit weniger als 3,20 US-Dollar am Tag. Für sie bedeutet jede Preissteigerung bei Lebensmitteln eine dramatische Verschlechterung ihrer tägliche Ernährung“, sagte Mogge. Mahlzeiten würden dann gekürzt oder fielen ganz aus. So importiere etwa Haiti 66 Prozent seines Getreidebedarfs. Die Preisinflation bei Nahrungsmitteln sei schon jetzt rasant. Fast die Hälfte der Bevölkerung könne sich nicht mehr ausreichend ernähren. Die Agrarminister der G7-Staaten beraten am Freitag auf Einladung von Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) über die Folgen des Ukraine-Kriegs. Geladen ist auch der ukrainische Landwirtschaftsminister Roman Leschenko. Deutschland hat derzeit den G7-Vorsitz inne.



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