Verkehrsminister sieht keinen Anlass für Hamsterkäufe

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sieht die Logistik in Deutschland durch den Krieg in der Ukraine erheblich gestört - aber keinen Anlass für Hamsterkäufe.

„Wenn ein so großes Land wie Russland mit so starken Sanktionen belegt wird, hat das Auswirkungen“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Die Einschränkungen im Logistikbereich seien „erheblich“, auch für deutsche Unternehmen.

„Aber die Herausforderung, in dieser Situation die Lieferketten stabil zu halten, ist nichts im Vergleich zu dem, was die Menschen in der Ukraine aktuell durchmachen müssen.“ Leere Supermarktregale in Deutschland zeichnen sich laut Wissing nicht ab. „Die Versorgung mit Lebensmitteln und den Gegenständen, die es im Alltag braucht, ist gesichert.“ Die Supermarktregale seien voll und momentan deute nichts darauf hin, dass sich das in den kommenden Monaten ändern werde. „Es gibt keinen Anlass für Hamsterkäufe. Die Produkte, die uns Sorgen bereiten, sind keine Lebensmittel, sondern Industrieprodukte, also Rohstoffe und Ersatzteile.“ So führe etwa die Einschränkung im Luftverkehr dazu, dass weniger Waren transportiert werden können. „Frachtmaschinen aus China müssen jetzt um Russland herumfliegen. Das braucht mehr Kerosin, was wiederum den Flieger schwerer macht und den Spielraum für die Ladung verringert.“ In der Automobilindustrie habe das zu ersten Einschnitten in der Produktion geführt, so Wissing. Er sei sehr dankbar dafür, dass die gesamte deutsche Wirtschaft „großes Verständnis für die Sanktionen“ habe und „sie geschlossen mitträgt“. Für den Fall, dass die schwierige Versorgungslage zu noch stärkeren Preisschüben führt, schließt Wissing weitere Entlastungen der Verbraucher nicht aus.

„Wenn neben dem bereits beschlossenen Entlastungspaket weitere Maßnahmen erforderlich sind, ist diese Regierung schnell handlungsfähig.“ Eine Verlängerung der Laufzeiten für die verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland wird es laut dem FDP-Politiker hingegen nicht geben. „Man kann nicht alle vier Jahre grundlegende Entscheidungen in der Energiepolitik neu treffen. Deutschland hat den Atomausstieg mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Diesen Kurs müssen wir jetzt beibehalten“, so der Minister.

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