Verbraucherschützer fürchten gestiegenes Risiko bei Baufinanzierung

Verbraucherschützer und Insolvenzexperten warnen angesichts sprunghaft gestiegener Energiepreise vor Risiken bei der privaten Immobilienfinanzierung.

„Sicher ist, dass langfristige finanzielle Verpflichtungen, wie zum Beispiel Immobilienkredite mit 15-jähriger Laufzeit in Kombination mit den sich überlagernden Krisen zu einem Schuldentreiber werden können“, sagte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch, dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). Insbesondere Menschen in der Alterskohorte der 30- bis 40-Jährigen gingen diese langfristigen Verpflichtungen ein.

Hantzsch hält auch kurzfristig finanzielle Engpässe für möglich. Aktuell werde es in einem „hochvolatilen Umfeld mit galoppierenden Energiepreisen und einer Inflation im zweistelligen Bereich“ für viele Verbraucher im nächsten Jahr wohl zu „bösen Überraschungen“ kommen. „Gerade im Immobilien- und Baubereich sind die Banken bei der Kreditvergabe deutlich restriktiver und gleichzeitig werden die Zinsen weiter steigen.“ Auch Dorothea Mohn, Leiterin des Teams „Finanzmarkt“ beim Verbrauchzentrale Bundesverband (VZBV), schätzt, dass die steigenden Verbraucherpreise und steigenden Zinsen private Immobilienfinanzierer „erheblich unter Druck“ setzen können.

Die Bundesregierung sollte hier unterstützen „und eine fairere Lastenverteilung der Krisenfolgen zwischen Verbraucherinnen und Banken herstellen“, sagte Mohn. Ziel müsse es sein, dass Betroffene ihre Immobilien „möglichst halten“ können. „Für den Fall, dass die Immobilie doch verkauft werden muss, sollte die Vorfälligkeitsentschädigung gedeckelt sein.“ Unter einer „Vorfälligkeitsentschädigung“ versteht man, dass die Bank bei einem vorzeitigen Immobilienverkauf eine Entschädigung für die entgangenen Zinseinnahmen verlangt.



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