Ukraine hat Flugabwehrsystem IRIS-T aus Deutschland erhalten

Deutschland hat das erste von vier zugesagten Luftverteidigungssystemen vom Typ IRIS-T SLM an die Ukraine übergeben.

Die Übergabe erfolgte am Dienstag nahe der polnisch-ukrainischen Grenze, wie der „Spiegel“ berichtet. Damit löst die Bundesregierung ein Versprechen ein, das Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bereits Anfang Juni im Bundestag gegeben hatte.

Am Montag hatte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) eine baldige Lieferung in Aussicht gestellt. Ursprünglich war die erste Übergabe für November vorgesehen. Nach Angaben der Bundesregierung handelt es sich bei der Waffe um das modernste Flugabwehrsystem Deutschlands. Entwickelt wurde es vom deutschen Rüstungskonzern Diehl Defence aus Überlingen am Bodensee.

Das bodengestützte Flugabwehrsystem soll in erster Linie die Zivilbevölkerung schützen, indem es Luftangriffe der russischen Armee abwehrt. Laut Kanzler Scholz könnten damit auch Großstädte vor Luftangriffen geschützt werden. Das Luftabwehrsystem IRIS-T SLM besteht aus drei Fahrzeugen: einer Abschussrampe auf einem Militär-Lkw mit Platz für acht Raketen, einem Radarfahrzeug und einem Führungsfahrzeug. Die Luftabwehrraketen können Ziele in bis zu 20 Kilometern Höhe und 40 Kilometer Entfernung treffen.

Ihre Reichweite ist damit deutlich größer als etwa jene von schultergestützten Flugabwehrraketen wie die ebenfalls von Deutschland an die Ukraine gelieferten Stinger-Flugabwehrraketen. Die Ukraine erhält mit der ersten IRIS-T-Lieferung ein Verteidigungssystem, über das die Bundeswehr selbst noch nicht verfügt. Eigentlich war die erste sogenannte Feuereinheit für Ägypten vorgesehen, das mehrere Systeme bei Diehl Defence in Auftrag gegeben hat. Kairo trat nun ein System an die Ukraine ab.

Drei weitere Iris-T-Systeme sollen im nächsten Jahr an die Ukraine geliefert werden. Wann genau, ist offen: Die Flugabwehrwaffen müssen erst noch gefertigt werden.



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