Staat nimmt Pharmaunternehmen stärker in die Pflicht

Aufgrund der häufigen Lieferengpässe bei Medikamenten wird das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Pharmakonzerne stärker in die Pflicht nehmen als bisher.

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Das schreibt die „Welt am Sonntag“. „Patienten müssen sich auf eine sichere Arzneimittelversorgung verlassen können. Deshalb werden wir Künstliche Intelligenz und Big Data auch gezielt gegen Lieferengpässe einsetzen“, sagte BfArM-Präsident Karl Broich.

„Wir werden mehr Transparenz von der Pharmaindustrie fordern, um noch früher wirkungsvoll gegensteuern zu können.“ Zugleich will das Bundesinstitut, das dem Bundesgesundheitsministerium unterstellt ist, die Hersteller auf Basis der so gewonnenen Daten mit konkreten Beratungsangeboten bei der Stabilisierung von Produktionsstrukturen und Lieferketten unterstützen. Aktuell listet das BfArM für mehr als 200 Arzneimittel Lieferengpässe auf. Insgesamt bewertet der am BfArM angesiedelte Beirat für Lieferengpässe die Versorgungssituation als stabil. Allerdings ist die Meldung der Hersteller freiwillig. Länder wie Bayern oder die Bundesärztekammer fordern daher, zumindest die Einführung einer allgemeinen gesetzlichen Meldepflicht bei Lieferengpässen zu prüfen. Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, fordert, dass hiesige Wirkstoff- und Arzneimittelproduktionsstandorte deutlich gestärkt werden. „Hierzu bedarf es finanzieller und steuerlicher Anreize und besserer politischer Rahmenbedingungen“, sagt sie. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit fordert, europäische und nationale Arzneimittelzulassungen und Importgenehmigungen nur noch dann erteilen zu lassen, wenn bei der Herstellung der Arzneimittel und der Wirkstoffe die Einhaltung europäischer Umwelt- und Sozialstandards gewährleistet seien. „Auch sollten die geltenden Preisregulierungsmaßnahmen überprüft und angepasst werden.“





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