Sicherheitsexperte: Kampfjets für Ukraine „kein Gamechanger“

Der Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, Joachim Krause, hat sich skeptisch zu Überlegungen geäußert, polnische Kampfjets vom Typ Mig-29 an die Ukraine zu liefern.

„Die Überlassung der Mig-29 wäre kein Gamechanger“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). Denn es sei nicht klar, ob die Ukrainer wirklich viel mit den Flugzeugen anfangen können.

„Das würde eine sehr komplexe Koordination mit der eigenen bodengebundenen Luftabwehr bedeuten, die aufzubauen ich mir unter den gegenwärtigen Umständen nur sehr schwer vorstellen kann.“ Mögliche logistische Probleme bei der Lieferung der Kampfjets sieht Krause indes nicht. „Theoretisch können die Flugzeuge den Weg in die Ukraine in der Luft zurücklegen, die Piloten müssten aus der Ukraine kommen und diese abholen“, sagte er. Krause geht zudem davon aus, „dass es in der Westukraine militärische Flugplätze gibt, die das Geschwader oder Teile davon aufnehmen können“. Wenn das nicht der Fall wäre, stelle sich die Frage, was diese Idee von US-Außenminister Antony Blinken überhaupt wert gewesen sei. Blinken hatte bei einer Reise in Europa erklärt: „Wir sehen uns derzeit aktiv die Frage von Flugzeugen an, die Polen an die Ukraine liefern könnte.“ Dessen ungeachtet glaubt Krause nicht, dass sich durch die Überlassung von Kampfflugzeugen an die Ukraine der Krieg auf NATO-Staaten ausweiten könnte. Die Lieferung kompletter Kampflugzeuge zur Erringung der Luftüberlegenheit wäre zwar „eine kleine Stufe höher als die Lieferung von Luftabwehrraketen“, sagte der Sicherheitsexperte.

„Aber ich gehe davon aus, dass die Russen auch das hinnehmen werden.“ Denn: „Russland fürchtet wie der Teufel das Weihwasser, dass sich die USA und andere NATO-Staaten direkt in die Kämpfe einmischen und die Eroberung der Ukraine völlig verunmöglicht wird.“



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