Polen fordert schnellere Ukraine-Unterstützung

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat Deutschland aufgefordert, der Ukraine Kampfpanzer zu senden.

„Deutschland als reichstes Land Europas und einer der größten Rüstungsexporteure der Welt könnte so viel mehr tun, um Europas Werte zu verteidigen“, sagte Morawiecki der „Bild“ (Donnerstagausgabe). Nach seinen zentralen Forderungen an die Bundesregierung gefragt, antwortete Morawiecki wörtlich: „Kampfpanzer, schwere Artillerie, Munition für die Ukraine – alles, was jetzt so dringend nötig ist, um die russischen Truppen zurückzuschlagen.“

Bevor die Politik den Wiederaufbau der Ukraine organisiere, müsse zunächst dieses Problem gelöst werden. „Es ist schön, wenn wir über künftige Hilfen sprechen, über Marschall-Pläne und all das. Aber trotz der jüngsten Erfolge gegen Russland – die Ukraine steht unter unglaublichem Druck“, sagte Morawiecki. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien 360 Raketen und Drohnen auf ukrainische Städte niedergegangen. „Die Russen zerstören gezielt Wasser- und Energieversorger, Heizkraftwerke. Sie wollen die Ukrainer im Winter frieren und hungern lassen. Deshalb ist Hilfe jetzt nötig. Die Ukraine braucht Geld und Waffen statt Pläne.“ Länder wie die USA, Großbritannien würden Waffen liefern, „damit die Ukraine diesen Krieg gewinnt“. Bei manchen EU-Regierungschefs habe er hingegen „den Eindruck, man will lieber wieder zum `business as usual` zurückkehren“, sagte der polnische Regierungschef weiter. „Nach dem Motto: Man kann den Krieg auch beenden, indem die Ukraine ihn verliert.“ Ein Grund dafür sei „das System, das Russland mit seinen Gaslieferungen aufgebaut hat: Wie ein Drogendealer hat Putin billiges Gas verteilt. Und viele Länder tun sich schwer, wieder davon loszukommen“, so Morawiecki.



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