Niedersachsen kritisiert Impfstoff-Bestellfristen

Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer, über dts
Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) kritisiert den 14-tägigen Vorlauf bei der Bestellung von Corona-Impfstoffen und macht Druck auf Berlin.

„Das ist ein Zustand, den wir so nicht hinnehmen können“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe). „Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister muss hier dringend neue und pragmatischere Vereinbarungen mit dem Arzneimittelgroßhandel treffen, die eine flexiblere Planung der Impfungen vor Ort ermöglichen.“

Grundsätzlich gelte, dass in Deutschland ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe, um allen dafür infrage kommenden Menschen eine Auffrischungsimpfung anbieten zu können und gleichzeitig weiter Erst- und Zweitimpfungen vorzunehmen. „In der Realität scheitert es vor Ort aber zum Teil an den unnötig langen Lieferfristen der Impfstoffe“, kritisierte die Ministerin. Momentan müssen sowohl die Arztpraxen als auch die mobilen Teams mit einem 14-tägigen Vorlauf Impfstoff bestellen, ohne zu wissen, wie hoch der Bedarf zwei Wochen später wirklich sein wird. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Studienlage und die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission insbesondere zu den Booster-Impfungen „sehr kurzfristig ändern können“, werde Niedersachsen dieses Thema auf der bevorstehenden Konferenz der Gesundheitsminister der Länder und des Bundes ansprechen, so die Sozialdemokratin. „Wir werden uns für einen unbürokratischeren Ablauf der Bestellungen einsetzen“, kündigte Behrens an.

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