Kommunen fordern nationale Notstrom-Reserve

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat vor einem Ausfall der Strom- oder Trinkwasserversorgung infolge eines Sabotageakts oder Anschlags gewarnt und Vorsorgemaßnahmen gefordert.

„Wir brauchten eine nationale Notstromreserve und zum Beispiel auch Notbrunnen zur Trinkwasserversorgung, mit denen man Trinkwasser produzieren kann, ohne auf ein Netz angewiesen zu sein“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). „Auch Lebensmittel- und Medikamentenvorräte sollten bundesweit angelegt werden.“

Das gehe zwar nicht von heute auf morgen. „Aber wir brauchen einen Booster für den Zivilschutz.“ Landsberg begründete seine Forderung damit, dass eine Sabotage kritischer Infrastrukturen „verheerende Auswirkungen“ haben könne. Das gelte insbesondere für einen längeren Stromausfall.

„Dann funktioniert fast nichts mehr: keine Trinkwasserversorgung, kein Lebensmittelgeschäft, keine Tankstelle“, erklärte der Städtebundchef. Für die Energie- und Wasserversorgung als wichtige Sektoren kritischer Infrastruktur gebe es zwar seit Jahren Schutzkonzepte. „Aber Sabotageakte, wie wir sie jetzt in der Ostsee erlebt haben, stellen eine neue Dimension dar“, sagte Landsberg. Auch Innenpolitiker der Ampelkoalition fordern eine bessere Vorsorge für den Krisenfall.

„Wir müssen selbstverständlich auch eine Nationale Reserve Notstrom für Blackouts mit einer dezentralen mobilen nationalen Reserve Notstrom bei leistungsstarken Feuerwehren aufbauen und bereithalten“, sagte der SPD-Innenpolitiker Sebastian Hartmann. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Irene Mihalic hält auch den Aufbau einer Reserve-Infrastruktur in Form von Notbrunnen „extrem wichtig“. Die FDP-Abgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht sieht es genauso. „Die bisherige Vorsorge- und Standortplanung in der Trinkwassernotversorgung stammt noch aus dem Kalten Krieg“, sagte sie.

Viel zu lange sei dieses wichtige Thema in Deutschland vernachlässigt worden.



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