Kekule: Regierung hätte Lockdown mit Schnelltests vermeiden können

Der Virologe und Mikrobiologe Alexander Kekulé erhebt schwere Vorwürfe gegenüber der Bundesregierung aufgrund eines zu späten Einsatzes von Antigen-Schnelltests.

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„Die Bundesregierung hat bisher die Chance verschlafen, unter anderem mithilfe der Schnelltests Lockdowns zu vermeiden“, sagte Kekulé der „Welt am Sonntag“. So hat die Bundesregierung erst Mitte November beschlossen, die Produktion von Schnelltests zur Eindämmung der Pandemie mit bis zu 200 Millionen Euro zu fördern.

Michael Theurer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP im Bundestag, pflichtete dem bei: „Die Einführung der Schnelltests kommt Monate zu spät und ist Stückwerk.“ Die Bundesregierung habe wertvolle Zeit ungenutzt verstreichen lasse, so Theurer, und trage eine Mitverantwortung für die aktuellen Engpässe. Im Gegensatz zur Versorgung mit Masken im Frühjahr hat der Bund diesmal keine zentrale Beschaffung von Schnelltests organisiert. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte: „Es darf nicht passieren, dass Geschäftsleute die Tests en masse wegkaufen und dann viel teurer weiterverkaufen. Solange die Produktionskapazitäten knapp sind, sollten vor allem diejenigen die Tests bekommen, die sie wirklich brauchen, und nicht diejenigen, die sie einfach nur wollen, zum Beispiel für private Partys.“ Es müsse sichergestellt werden, dass kostenlos ausreichend Tests in den Pflegeeinrichtungen und den Schulen bereitgestellt würden.





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