Israels Präsident mahnt im Bundestag zu Kampf gegen Antisemitismus

Israels Präsident Jitzchak Herzog hat bei einer Rede im Bundestag einen gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus angemahnt.

„Wir müssen Antisemitismus und Rassismus kompromisslos bekämpfen“, sagte er am Dienstag bei einer Sonderveranstaltung des deutschen Parlaments. Das israelische Staatsoberhaupt äußerte sich auch ausführlich zum Gedenken an den Holocaust.

„Das jüdische Volk vergisst nicht“, sagte er. Das liege nicht nur an der Verpflichtung der Vergangenheit gegenüber, sondern auch an der Verpflichtung gegenüber den Generationen der Zukunft. „Es ist nicht leicht – die Auseinandersetzung mit dem Gedenken erschüttert“, fügte Herzog hinzu. Sie sei „komplex, hart und schmerzhaft“ für die Deutschen, da es immer Menschen geben werde, die alles verleugnen, oder die die Vergangenheit ruhen lassen wollen.

Auch in Israel sei das Gedenken „komplex, hart und schmerzhaft“, so der israelische Präsident. „Ob wir es wollen oder nicht, das Andenken an die Schoah bildet einen grundlegenden Teil unserer nationalen Identität.“ Das Gedenken sei eine Verpflichtung. Dabei müssten beide Länder auch zusammenarbeiten.

„Die Vergangenheit kann man nicht überbrücken, die Zukunft jedoch gehört uns.“ Nur gemeinsam könne man dem Gedenken „Bedeutung verleihen“. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hatte bereits in ihrer Begrüßungsansprache vor der Rede Herzogs zum Kampf gegen Antisemitismus aufgerufen. Diese sei nicht nur ein Problem der Vergangenheit, sondern existiere „mitten in der Gesellschaft“, so Bas.

Dem Antisemitismus dürfe kein Forum gegeben werden, „erst Recht nicht bei uns in Deutschland“. Herzog redete als Staatspräsident erstmals vor dem Plenum des Bundestages. Sein Vorgänger im Amt, Reuven Rivlin, hatte zuletzt am 29. Januar 2020 in der Gedenkstunde des Bundestages aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zu den Abgeordneten gesprochen.



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