Immobilienwirtschaft sieht Probleme bei Energiepreisbremse

Die Immobilienwirtschaft sieht Probleme bei der praktischen Umsetzung eines staatlichen Energiepreisdeckels, wie von der SPD vorgeschlagen.

„Es kommt allenfalls eine pauschale Zahlung an die Energieversorger infrage“, sagte Martin Kaßler, Geschäftsführer des Verbandes der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV), der „Welt“. Es könnten auch auf diese Weise nicht alle Verbraucher entlastet werden könnten.

„Das kommt nur zum Tragen, sofern es sich um individuelle Energieverträge mit dem jeweiligen Haushalt handelt“, sagte Kaßler. Komplizierter ist die Entlastung für alle, die an einer Zentralheizung hängen. „Hier müsste es zu einer Zahlung direkt an die Mieter kommen, allerdings wohl erst, wenn der exakte Verbrauch festgeschrieben ist. Und dieser kommt erst mit der Übermittlung der Betriebskostenabrechnung im Laufe des nächsten Jahres“, sagte Kaßler.

Auch beim Immobilienverband IVD zeigt man sich skeptisch. „Statt den Preis zu deckeln, sollte den Menschen mit gezielten Zuschüssen und anderen Instrumenten geholfen werden, um eine die Gesundheit erhaltene Beheizung der Wohnung zu gewährleisten und einen Verlust der Wohnung zu verhindern, wenn die Nebenkosten nicht mehr gezahlt werden können“, sagte der stellvertretende Bundesgeschäftsführer Christian Osthus. FDP-Fraktionschef Christian Dürr reagiert ebenfalls mit Skepsis auf den SPD-Vorschlag einer Energiepreisbremse. „Es gilt, die Ursachen zu bekämpfen und nicht nur auf die Symptome zu reagieren“, sagte er der „Welt“.

Er blicke dabei vor allem auf den Strommarkt. „Wir müssen uns über Korrekturen am Strommarkt unterhalten und kurzfristige Maßnahmen jetzt angehen. Daher bleibt es dabei, dass eine längere Nutzung von Kernkraftwerken zusätzliche Kapazitäten schafft“, sagte Dürr. Die starken Preissteigerungen für Strom seien das Ergebnis massiver Knappheit.

„Diese künstliche Verknappung müssen wir kurzfristig aufheben“, sagte er.



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